Mensch vs Maschine

Das Game zum Film: “Terminator: Die Erlösung”

Spiele
17.06.2009 14:46
Eines kann man den schwedischen Entwicklern von GRIN nicht zum Vorwurf machen: dass sie faul wären. Nach "Wanted: Weapons of Fate" und "Bionic Commando" wirft die Gamesschmiede binnen weniger Wochen mit "Terminator: Die Erlösung" ein weiteres Game unters Volk. Ob dieses auf ein solches Spiel überhaupt gewartet hat, ist allerdings fraglich.

"Terminator: Die Erlösung" spielt zwei Jahre vor den Ereignissen des derzeit in den Kinos laufenden Blockbusters und soll den Spieler als John Connor alias Christian Bale eine "epische Geschichte"  um den Kampf des Widerstands gegen den vermeidlich übermächtigen Feind Skynet erleben lassen, wie der Werbetext verspricht. Von Epik fehlt allerdings jede Spur, beschränkt sich die Handlung doch fast ausschließlich auf das Auffinden und Retten diverser Überlebender.

Der Film bietet zwar streng genommen nur unwesentlich mehr Inhalt, inszeniert diesen dafür jedoch umso bombastischer. Selbiges lässt sich vom Spiel leider nicht behaupten: Die Zwischensequenzen, wenngleich technisch passabel gemacht, wirken nicht nur uninspiriert, sondern teils schlichtweg deplatziert. Ganz zu schweigen davon, dass John Connor nicht einmal ansatzweise wie Christian Bale aussieht.

Inhaltliche Defizite ließen sich ja noch verschmerzen, wenn das Gameplay stimmen würde. Doch auch hier bietet "Terminator: Die Erlösung" bestenfalls Durchschnittskost: Ähnlich "Wanted: Weapons of Fate", nur weniger dynamisch, hechtet der Spieler in der 3rd-Person-Perspektive von Deckung zu Deckung und durchquert so neben den Ruinen von Los Angeles, U-Bahn-Schächten und Industriekomplexen auch einige ländliche Gegenden.

Zwangsläufig kommt es dabei zu Feindkontakt, dem Connor mit einem "facettenreichen Arsenal modernster Waffen" begegnet. Dies verspricht zumindest abermals der Werbetext. De facto fällt das Angebot an Waffen jedoch recht übersichtlich und mit diversen MGs, Pumpgun, Raketenwerfer sowie ein paar Granaten auch reichlich konventionell aus.

Stark in Grenzen hält sich auch die Anzahl der Connor feindlich gesonnenen Maschinen. Zwar verfügen Dronen, Spinnen-Roboter und Co über eine spezifische Schwachstelle, was dem Spiel zumindest kurzfristig einen gewissen taktischen Tiefgang verleiht, ist diese jedoch erst einmal ausfindig gemacht und die bevorzugte Waffengattung zur Niederstreckung der Blecheimer gefunden, ist es auch mit der Herausforderung vorbei.

Die Krönung der Frechheit ist jedoch die läppische Spielzeit von rund vier Stunden, die – bei einem Preis von über 50 Euro für das Spiel – nur den einen Schluss nahelegt: Hier wird mit einer großen Marke ganz schnell viel Geld zu machen versucht. Die für Abwechslung sorgenden Ballereinlagen von Fahrzeugen aus, der Koop-Modus via Splitscreen sowie die an sich technisch gute Umsetzung können das Kraut dann auch nicht mehr fett machen.

Fazit: Dass bei einer Spielumsetzung zu einem Film wie "Terminator" nicht viele Worte verloren werden, ist klar. Dennoch hätte man bei der Entwicklung von "Terminator: Die Erlösung" eindeutig mehr Wert auf Handlung und Inhalt legen müssen, um das lediglich durchschnittliche Gameplay spannend zu machen. So bleibt "Terminator: Die Salvation" unterm Strich bestenfalls ein Durchschnitts-Shooter, der bei einer Spielzeit von nur wenigen Stunden jedoch eindeutig zu teuer ist und daher, wenn überhaupt, nur Fans zu empfehlen ist.

Plattform: PS3 (getestet), Xbox 360, PC
Publisher: Warner Bros. Interactive Entertainment
krone.at-Wertung: 5/10

von Sebastian Räuchle

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