Nachdem man die Gehörgänge des bereits ungeduldig wartenden Publikums gestoppte neun Minuten mit einem tickenden Geräusch malträtiert hatte, war es um 21.12 Uhr endlich soweit: Kravitz kam mit achtköpfiger Band auf die Bühne und man legte mit "Freedom Train", einem Stück aus seinem Debütalbum "Let Love Rule", gleich richtig los. Der ursprünglich gerade mal 2:50 Minuten lange Song wird live zu einer mehrminütigen Gitarre-Jam-Session, "Bring It On" vom der Tour den Namen gebenden Album "It Is Time For A Love Revolution" folgte. So richtig Stimmung kommt erstmals beim Welthit "It Ain't Over Till It's Over" (vom Album "Mama Said") auf.
Soul, Funk und Rock 'n' Roll
Die Musiker spielen routiniert und präzise, der Sound kommt glasklar, und die Mischung aus Soul und Funk der 60-Jahre gepaart mit Rock 'n' Roll groovt von der ersten Nummer an. "Die Shows werden viele Lieder von 'Let Love Rule' enthalten", hatte Kravitz im April beim Tournee-Start in Paris angekündigt. Ganz so ist es nicht. Tatsächlich präsentierte der vierfach Grammy-Gewinner einen Querschnitt aus seinen bislang erschienenen acht Studio-Alben - lediglich von der 1995 veröffentlichten CD "Circus" gab es kein einziges Stück zu hören.
Bei "Flower Child" wechselte Kravitz dann von der Gitarre ans Keyboard und verpasst dem Song eine funkige Note. Bei "Dancin' Till Dawn" flocht der 45-Jährige einige Zeilen aus dem Pink-Floyd-Hit "Another Brick In The Wall" ein. "I'll Be Waiting" mit Kravitz am beleuchteten Piano, "Always On The Run" und eine äußerst funkige Version von "Always On The Run" folgten, dann war - nach einem Dutzend Songs und etwas mehr als eineinhalb Stunden vorerst Schluss.
Nach zwei Stunden war Schluss
Nach fünf Minuten ließen sich Herr Kravitz und seine Mitstreiter erweichen und kamen noch einmal für zwei Zugaben - "Let Love Rule" und "Are You Gonna Go My Way" – auf die Bühne. Beim extrem groovenden Schlusssong ließen es Kravitz und seine Mitstreiter (auch pyrotechnisch) noch einmal ordentlich krachen, dann war nach zwei Stunden endgültig Schluss.
Fazit: Eine grandiose Band, ein Lenny Kravitz, der es nach wie vor versteht sein Publikum in Bann zu ziehen, und viele, viele weibliche Fans, die dem 45-jährigen Frauenliebling begeistert zujubelten.
von Wilhelm Eder
Fotos: Andreas Graf
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