Verkehrsstudie

Mit Regioliner 6.000 Fahrgäste mehr auf Schiene

Oberösterreich
05.06.2009 15:28
Die Diskussion um den politischen Zankapfel Regioliner geht in die nächste Runde: Die Linz AG hat vom Österreichischen Institut für Raumplanung eine Studie erstellen lassen. Demnach würde das Projekt einer Überland-Straßenbahn mehr als 6.000 zusätzliche Fahrgäste pro Tag auf die Schiene bringen und die Ausbaukosten von knapp 435 Millionen Euro rechtfertigen. Für den Linzer Bürgermeister und Linz-AG-Aufsichtsratschef Franz Dobusch steht damit fest: "Entweder der Regioliner oder gar nichts."

Die Frage, wie man Pendler mit öffentlichen Verkehrsmitteln rascher nach Linz bringt und für die Stadt eine zweite Verkehrsachse - laut Dobusch einen dringend nötigen "Bypass" - schafft, hatte in Oberösterreich in den vergangenen Monaten für hitzige Diskussionen gesorgt. Als Alternative zum seit Jahren verfolgten, aber nicht realisierten Projekt Linzer City-S-Bahn brachte die SPÖ zuletzt den Regioliner ins Spiel, der von den anderen Parteien eher skeptisch gesehen wird.

Von Aigen im Mühlkreis bis in die Stadt
Er würde von Aigen im Mühlkreis bis in die Stadt reichen und dort zwischen Urfahr und dem Hauptbahnhof unterirdisch geführt werden. Die Kosten betragen laut Studie rund 434,4 Millionen Euro, die Anschaffung der Fahrzeuge schlägt sich mit 54,1 Millionen zu Buche. Die weitaus kürzere City-S-Bahn, die in der Landeshauptstadt an die bestehende Mühlkreisbahn und mit dem Hauptbahnhof anschließen würde, käme auf rund 242 Millionen Euro. 

Trotz der weitaus höheren Kosten schnitt der Regioliner in der Studie deutlich besser ab: Er übernehme mit einem Fahrgastzuwachs von 6.000 Personen pro Werktag spürbare Teile des Straßenverkehrs, so Autor Reinhold Deußner. Damit würden die Kostenwirksamkeit massiv erhöht und die CO2-Emissionen reduziert. Positiv strich der Raumplaner auch den Erschließungseffekt für den Osten von Linz hervor: Durch zehn zusätzliche Stationen und einen Fünf-Minuten-Takt sei diese Variante für den Fahrgäste attraktiver.

City-S-Bahn mit bescheidenen Zuwachs von 800 Personen 
Die weitgehend eingleisige City-S-Bahn mit fünf zusätzlichen Haltestellen bringe im Gegensatz dazu lediglich einen bescheidenen Fahrgastzuwachs von 800 Personen pro Werktag. Die Kostenwirksamkeit sei damit ungünstig und die Ausbaukosten durch die geringe Verkehrswirksamkeit nicht gerechtfertigt, betonte Deußner.

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