Drama am Everest

Oberösterreicher aus Gletscherspalte gerettet

Oberösterreich
10.05.2009 13:49
Eine Eislawine ist am Mount Everest ins Tal gedonnert und hat dabei drei Bergsteiger mit sich gerissen. Während für einen nepalesischen Sherpa jede Hilfe zu spät kam, wurden der bekannte oberösterreichische Extrem-Bergsteiger Walter Laserer und seine Begleiterin im letzten Moment aus einer Gletscherspalte im Himalaja gerettet. Das Leben des gebürtigen Gosauers hing dabei sprichwörtlich am seidenen Faden. Denn nach dem Abgang der Todeslawine - für den Sherpa Lhapka Nuru gab es keine Rettung - hing der 47-Jährige in einer Gletscherspalte im Seil.

"Während des Falls versuchte ich mit den Händen immer wieder den Schnee von Mund und Nase zu bekommen, um einige Atemzüge zu machen. Plötzlich blieb ich stecken. Kopfüber mit dem Gesicht nach unten. Ich schloss die Augen - das wars! Im Khumbu-Eisbruch des Everest elendiglich in einer Spalte krepiert", erinnert sich Walter Laserer mit Schrecken an die Bergtragödie. 

Obwohl der Alpinist bewusstlos geworden war, gelang es seinen Kameraden, ihn sowie die niederländische Journalistin Bernice Notenboom zu bergen. Dabei leisteten zwei weitere österreichische Expeditionskameraden, Dr. Felix Stockenhuber aus Oberpullendorf (Burgenland) und die Kärntnerin Dagmar Wabnig, Erste Hilfe. 

Nach dem Drama meldete sich Laserer via Satelliten-Telefon bei seinem Bruder: "Da hab ich nochmals Glück gehabt! Lass meine Töchter und meine Frau grüßen. Ich liebe sie", sagte der eben dem Tod entronnene Bergsteiger. 

Hintergrund der Expedition ist der Einsatz gegen Umweltverschmutzung: 40 Kletterer bringen "Touristen-Müll" vom 8.848 hohen Berg ins Tal. 

von Christoph Matzl und Matthias Mödl (Kronen Zeitung) und ooe.krone.at

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