Verzweiflungstat
Selbstmord-Drama um Freddie Macs Finanzchef
Die Polizei im US-Bundesstaat Virginia hält sich zu dem mutmaßlichen Selbstmord-Drama bedeckt. Von den Ermittlern hieß es bis zum Nachmittag lediglich, die Spurensicherung sei vor Ort, Hinweise auf ein Verbrechen seien aber nicht gefunden worden. Ob es einen Abschiedsbrief gibt, wurde nicht bekannt gegeben.
David Kellerman wohnte mit seiner Frau und einer Tochter in einem 900.000-Dollar-Heim im noblen Washingtoner Vorort Hunter Mill Estates. Nachbarn und Freunde zeigten sich am Mittwoch gegenüber US-Medien schockiert. "Er war ein wirklich netter Kerl. Er muss unter einem enormen Druck gestanden haben", zitiert die Associated Press einen Nachbar der Kellermanns.
60 Milliarden Dollar Staatshilfe
Freddie Mac ("Federal Home Loan Mortgage Corporation") steht wegen angeblich zu riskanter Geschäfte als Mitverursacher der massiven Krise am amerikanischen Immobilienmarkt unter Kritik. Die marode Hypothekenbank hat bereits 60 Milliarden Dollar Staatshilfe bekommen und wird seit September von der Federal Housing Finance Agency geführt.
Zusammen mit der ebenfalls per Staatsmilliarden vor dem Bankrott bewahrten Schwesterbank Fannie Mae steht Freddie Mac hinter jedem zweiten US-Immobilienkrediet. Nachdem vor einem Monat der von der Regierung eingesetzte Vorstandsvorsitzende David Moffett überraschend den Hut nahm, wurde es dieser Tage wieder laut um die beiden Hypothekenfinanzierer. Insgesamt 210 Millionen Dollar an Manager-Boni wollen Freddie Mac und Fannie Mae heuer ausschütten - ungeachtet der weltweiten Krise. Gleichzeitig untersucht die Staatsanwaltschaft in Virginia die Geschäftspraktiken der Banken. Von den Ermittlern hieß es, Kellermann sei nicht im Visier der Prüfer gestanden.
"Mann mit vielen Talenten"
Der 41-jährige Kellermann ist mit der Staatsübernahme im September geschäftsführender Finanzchef von Freddie Mac geworden. John Koskinen, interimistischer Vorstandschef der Bank, bezeichnete Kellermann am Mittwoch als "große Inspiration für seine Kollegen". Der seit 16 Jahren für Freddie Mac arbeitende Banker sei "ein Mann mit vielen Talenten und vorbildlichem Arbeitsethos" gewesen.
Kronen Zeitung als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen 






Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.