Attentat in Thailand

Anti-Thaksin-Führer bei Anschlag verletzt

Ausland
17.04.2009 10:44
In Thailand ist der Anführer der Gegner des exilierten Ex-Regierungschefs Thaksin Shinawatra und Gründer der sogenannten Gelbhemden-Bewegung, Sondhi Limthongkul, bei einem Anschlag verletzt worden. Nach Polizeiangaben schossen mindestens zwei Angreifer auf den Chef der "Volksallianz für Demokratie" (PAD), als dieser am Freitagmorgen in Bangkok im Auto unterwegs war. Die PAD wird von den konservativen royalistischen Eliten getragen, die Thaksin, das vom Militär gestürzte Idol der armen Landbevölkerung, von der Macht fernhalten wollen.

Die Attentäter überholten Sondhis Limousine und gaben mit Sturmgewehren rund 100 Schuss ab. Nach einer zweistündigen Operation war der Medienmogul außer Lebensgefahr, wie das Vajira-Krankenhaus mitteilte. 

Geschossteil in äußerer Schädeldecke
Demnach musste ein Geschossteil entfernt werden, das in Sondhis äußere Schädeldecke eingedrungen war. Der 61-jährige Patient sei zwar in einem relativ guten Zustand und könne sprechen, müsse aber noch eine Woche auf der Intensivstation bleiben. Zunächst war von einer Verletzung an der Schulter die Rede gewesen. Bei dem Anschlag wurden auch zwei weitere Menschen verletzt. Ein PAD-Sprecher sagte, es sei nicht bekannt, wer den Anschlag verübt habe. Klar sei aber, dass der Angriff "politisch motiviert" gewesen sei. 

 Ex-Premier Thaksin, der wegen Korruption und Machtmissbrauchs in Abwesenheit zu zwei Jahren Haft verurteilt worden ist, hatte seine Anhänger ("Rothemden") erst am Vortag zu Dialogbereitschaft aufgerufen und an König Bhumibol Adulyadej appelliert, bei der Beendigung der Krise zu helfen. 

Tote und Verletzte bei massiven Ausschreitungen
Bei schweren Ausschreitungen waren zu Wochenbeginn mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen, 123 weitere wurden verletzt. Die Thaksin-Anhänger verlangen den Rücktritt der Regierung des seit Dezember amtierenden Ministerpräsidenten Abhisit Vejjajiva, den sie als nicht demokratisch legitimiert ablehnen, und Neuwahlen. Am vergangenen Wochenende war es Demonstranten gelungen, einen Asien-Gipfel mit ranghohen Regierungsvertretern aus 16 Ländern in dem Badeort Pattaya 130 Kilometer südöstlich von Bangkok zu sprengen.

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