Abgeprüft wird das Wissen wie gehabt in den sechs Kategorien Erdkunde, Unterhaltung, Geschichte, Kunst und Literatur, Wissenschaft und Technik sowie Sport und Vergnügen. Geändert hat sich allerdings die Art und Weise, wie das Wissen auf die Probe gestellt wird. Neben Bilderrätseln und Multiple-Choice-Fragen gibt es etwa auch Fragen, bei denen es vom Spieler einen gesuchten Ort mittels Analogstick auf einer Karte zu markieren gilt, oder Schätzfragen, bei denen ein gesuchter Zeitpunkt- oder –raum auf einer Schiebeleiste möglichst exakt angegeben werden muss.
Insgesamt drei Modi stehen zur Auswahl, wobei der klassische Modus der Brettspielvariante am nächsten kommt: Wer als erster sechs Wissensecken gewonnen hat, darf sich in der Spielfeldmitte der Masterfrage stellen."Trivial Pursuit Tempo" richtet sich hingegen vornehmlich an Einzelspieler und hat zum Ziel, alle Kategoriefelder abzuräumen – entweder möglichst schnell oder indem der Spieler möglichst viele Punkte macht. Mit jeder richtig beantworteten Frage wächst ein Punktemultiplikator, während das Spielfeld zugleich schrumpft. Wird eine Frage falsch beantwortet, verschwindet das jeweilige Spielfeld auch, allerdings ohne dass der Spieler dafür belohnt wird.
Für das Spiel mit mehreren Freunden eignet sich der "Trivial Pursuit Party"-Modus am besten. Da der Controller bei dieser Spielvariante auch Reihum gegeben werden kann, sind nicht zwingend mehrere Gamepads vonnöten. Ähnlich der klassischen Variante gilt es auch hier, möglichst viele Ecken zu erspielen. Allerdings teilen sich alle Spieler den sogenannten "Wissensspeicher", in dem die Ecken gesammelt werden. Für jede richtig beantwortete Frage gibt es Punkte. Hat man vier Punkte beisammen, winkt ein Wissenseck.
Für das nötige Party-Feeling sorgen in dieser Spielvariante schließlich diverse Bonus-Ereignisse, die die eigenen Gewinnchancen deutlich erhöhen können, ab und zu jedoch auch dem Gegner zum Sieg verhelfen. Zu guter Letzt können Spieler noch darauf wetten, ob der jeweils andere Spieler eine Frage falsch oder richtig beantworten wird. Wer richtig liegt, bekommt Punkte gutgeschrieben, wer daneben langt, wird mit Punktabzug bestraft.
Rein vom intellektuellen Standpunkt aus betrachtet dürften allerdings nur die wenigsten Spieler Probleme haben, ihren Wissensspeicher zu befüllen, steht der Schwierigkeitsgrad doch in keinem Verhältnis zu jenem der Brettspiel-Variante und ist insgesamt mehr als moderat gewählt. Eventuell lässt sich der Schwierigkeitsgrad durch das Herunterladen neuer Inhalte nach oben schrauben, während des Tests stand allerdings noch kein Download-Content zur Verfügung. Einen Vorteil hat der niedrige Schwierigkeitsgrad jedenfalls: Sowohl Jung als auch Alt kommen beim gemeinsamen Spielen auf ihre Kosten.
In technischer Hinsicht macht "Trivial Pursuit" einen durchaus guten Eindruck, wenngleich klar sein dürfte, dass bei der Adaption eines Brettspiels kein Effektfeuerwerk zu erwarten ist. Dennoch gibt es allerlei kleine Animationen, etwa beim Bewegen des Wissensspeichers, die das Geschehen am Bildschirm einen Tick lebendiger erscheinen lassen. Recht amüsant beim Spiel mit Freunden ist der durchs Bild scrollende Info-Ticker, der angibt, wie viel Prozent der Fragen allgemein oder in einer bestimmten Kategorie vom Spieler bislang falsch oder richtig beantwortet wurden. Auf Dauer recht anstrengend ist hingegen - wie in vielen anderen Quiz-Spielen auch - der Moderator, dessen Stimme sich nervig über die an sich zwar monotone, aber entspannte Hintergrundmusik legt.
Fazit: Auch in der Konsolenvariante macht Hasbros Brettspielklassiker "Trivial Pursuit" Laune, wenngleich man sich angesichts des niedrigen Schwierigkeitsgrades bei den Entwicklern von EA eher am jüngeren Publikum orientiert haben dürfte. Gänzlich unverständlich ist, warum kein Online-Modus ins Spiel Einzug gehalten hat. Ein Quiz-Spiel wie dieses wäre schließlich geradezu prädestiniert für den Wettkampf mit anderen Spielern übers Web. Angesichts des günstigen Anschaffungspreises, der jenem der Brettspiel-Variante gleicht, können Ratefüchse aber gerne einen Blick riskieren.
Plattform: PS3 (getestet), Xbox 360, Wii, PS2
Publisher: Electronic Arts
krone.at-Wertung: 7/10
von Sebastian Räuchle
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