Blutiger Grenzstreit
Gefechte zwischen Thailand und Kambodscha
Rund ein Dutzend thailändische Soldaten hätten am frühen Morgen die Grenze überschritten und seien sofort von kambodschanischen Streitkräften gestoppt worden, sagte der Sprecher der Regierung Kambodschas. Bei ersten Gefechten wurde zunächst niemand verletzt. Am Nachmittag fielen dann erneut Schüsse, bei denen auf beiden Seiten Soldaten starben.
Alles nur ein Missverständnis?
Ein Kommandant der kambodschanischen Armee sprach später von einem Sieg seiner Truppen. Militärs beider Seiten verhandelten miteinander, um die Spannungen zu beruhigen. Kambodschas Außenminister Koy Kuong warf der thailändischen Armee den "Versuch einer aggressiven Invasion" vor und kündigte ein Protestschreiben an die Regierung in Bangkok an. Thailands Regierungschef Abhisit Vejjajiva zeigte sich zu einem Gespräch mit seinem kambodschanischen Kollegen Hun Sen bereit. Ursache für die Gefechte sei sicherlich ein "Missverständnis oder ein Unfall". Er pochte jedoch auf Thailands Recht, "seine Souveränität" zu verteidigen.
Tempel seit den 1950er-Jahren umstritten
Der Tempel aus dem 11. Jahrhundert ist seit den 1950er-Jahren ein Zankapfel zwischen beiden Staaten. Die UNESCO hatte im Juli trotz heftiger Proteste Thailands die Tempelanlage, deren Haupteingang auf thailändischer Seite liegt, als kambodschanisches Gebäude auf die Weltkulturerbe-Liste aufgenommen. Der Komplex wurde 1962 durch einen Beschluss des Internationalen Gerichtshofs Kambodscha zugesprochen. Thailand erhebt Anspruch auf einen Teil des umliegenden Geländes.
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