Fein gehackt

Ninja Blade

Spiele
01.04.2009 16:22
Tokio im Jahr 2015: Als Alpha-Würmer bekannte Parasiten bedrohen die gesamte Menschheit und breiten sich immer schneller in Richtung der japanischen Metropole aus. Um die Bedrohung abzuwehren, schickt die Regierung in Microsofts Action-Adventure "Ninja Blade" ein Team erfahrener Elite-Kämpfer in die Schlacht. Einer von ihnen ist Ken Ogawa, seines Zeichens Schattenkrieger und ein Meister im Umgang mit der Klinge.

Letzteres ist auch bitter nötig, denn Kens Mission ist alles andere als ein Spaziergang: Bereits kurz nach dem Absprung aus dem Hubschrauber greifen ihn die ersten Ungetüme an. Kaum hat der Ninja wieder festen Boden unter den Füßen, geht die Monsterhatz unvermindert weiter. Ein ziemlich garstiger Pockenriese trachtet nach dem Leben unseres Helden und lässt sich auch nur mit Müh und Not von diesem Vorhaben abbringen.

Glücklicherweise steht uns in den bereits äußerst turbulenten Anfangsminuten des Spiels jedoch Kens Lehrmeister zur Seite, der uns mit Rat und Tat in die Geheimnisse der Kriegskunst einweiht. So erfahren wir, wie wir sowohl horizontal als auch vertikal an Wänden entlang laufen, uns über Abgründe hinweg schwingen oder mittels Mauersprung zwischen zwei Senkrechten empor hüpfen. Sollten wir einmal nicht mehr weiter wissen, hilft uns die Ninja-Vision, unseren Weg zu finden: Per linker Schultertaste aktiviert, hebt sie wichtige Ziele farblich hervor.

Doch auch das größte turnerische Talent ist vergebens, wenn sich der Ninja nicht zur Wehr zu setzen weiß. Aus diesem Grund verfügt Ken über eine Reihe von Waffen, die er per X- und Y-Button auf seine Gegner niederprasseln lassen kann. Über das D-Pad wechselt der Krieger zwischen einfacher und doppelter Klinge, einem schweren Zweihänder für wirklich harte Gegner oder seinem Greifhaken, mit dessen Hilfe er sich spielend auch an entfernter liegende Orte befördern kann. Highlight ist jedoch sein Wurfstern, der sich je nach Spielfortschritt auch zum Auspusten von Flammen oder zum Elektrisieren von Wasser eignet.

Jede Waffe lässt sich im Verlauf des Spiels optimieren, wofür allerdings Blutkristalle vonnöten sind. Diese erhalten wir wiederum, der Name lässt es bereits erahnen, durch das Metzeln von Gegnern. Gerade bei den gigantischen Boss-Gegnern fällt dies während der insgesamt neun Missionen jedoch zunehmend schwerer. Verteidigungsmechanismen wie ein dicker Panzer müssen erst zerbrochen und verheerende Angriffswellen abgewartet werden, ehe wir in einem oftmals nur wenige Sekunden dauernden Zeitfenster zuschlagen können.

Ist der Gegner schließlich kurz davor, vernichtend geschlagen zu werden, braucht es mehr denn je ein reaktionsschnelles Händchen: In Quick-Time-Abfolgen wollen Buttons und Analogsticks zur rechten Zeit gedrückt oder in die gezeigte Richtung bewegt werden, um die monströsen Bestien zu Fall zu bringen. Angst, etwas falsch zu machen, brauchen wir dabei glücklicherweise nicht zu haben: Sollten wir uns verdrücken und Ken in weiterer Folge das Zeitliche segnen, spult das Spiel einfach zum Beginn der Quick-Time-Sequenz zurück. Die Herausforderung bleibt dabei zwar etwas auf der Strecke, Ninja-Neulinge werden diese faire Geste des Spiels aber bald zu schätzen wissen.

In optischer Hinsicht mag "Ninja Blade" zwar nicht zur Gänze die Fähigkeiten der Xbox 360 ausreizen, eine gute Figur machen Ninja Ken und seine Mutanten-Freunde aber allemal. Besonders erwähnenswert sind die gewaltigen Boss-Kreaturen – vom Pockenriesen über gigantische Spinnen bis hin zu riesigen Würmern -, aber auch die Stadt Tokio selbst wurde stimmig eingefangen. Leider ähneln sich die Levels in ihrer Aufmachung jedoch stark, etwas mehr Abwechslung wäre hier wünschenswert gewesen. Sehr gut gefallen hat hingegen die Möglichkeit, Kens Outfit bis ins kleinste Detail den eigenen Wünschen anzupassen. Gut ist auch die Sprachausgabe, als weniger gelungen darf hingegen die sich viel zu oft wiederholende Hintergrundmusik bezeichnet werden.

Fazit: Mit "Ninja Blade" bringt Entwickler From Software ein ebenso unterhaltsames wie imposantes Spektakel auf die Xbox 360. Zuweilen mehr interaktiver Film denn Game, überzeugt das Ninja-Abenteuer vor allem durch seine fast schon bis ins Extrem übersteigerte Action. Kleinere technische Mängel sowie das wenig abwechslungsreiche Setting werden angesichts der bildgewaltigen Inszenierung gerne in Kauf genommen.

Plattform: Xbox 360
Publisher: Microsoft
krone.at-Wertung: 8/10

von Sebastian Räuchle

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