Terror-Attacke
Zahlreiche Tote nach Angriff auf Polizeischule
Nach mehr als acht Stunden haben pakistanische Sicherheitskräfte das von Extremisten besetzte Ausbildungszentrum schließlich gestürmt. "Der Einsatz ist vorbei", sagte ein Vertreter des Innenministeriums. Vier der Extremisten seien getötet und mehrere weitere festgenommen worden.
Zur Bekämpfung der Angreifer wurden schwer bewaffnete Soldaten einer paramilitärischen Einheit eingesetzt. Über der Polizeischule kreisten Hubschrauber. Zum Zeitpunkt des Überfalls befanden sich etwa 700 Polizeianwärter auf dem Gelände.
Zwischenzeitlich 150 Rekruten als Geiseln
Den Angaben zufolge hatten die rund zehn schwer bewaffneten Angreifer das Gelände der Polizeiakademie in Manawan wenige Kilometer östlich von Lahore während des Morgenappells von vier Seiten gestürmt und sich in einem Gebäude verschanzt. Ein Teil der zehn- bis zwölfköpfigen Gruppe war offenbar mit Uniformen als Polizisten getarnt. Angaben zufolge töteten sie Wächter am Hintereingang des Geländes und verschafften sich so Zugang zum Camp. Erst sei eine Handgranate über die Mauer des Geländes geworfen worden, dann hätten die Angreifer wahllos auf die Polizisten geschossen, sagte ein Kadett der Schule dem TV-Sender Geo. Die Angreifer sollen zwischenzeitlich bis zu 150 Rekruten in ihre Gewalt gebracht haben. Über deren Schicksal gab es bisher keine Informationen.
Der Sicherheitsberater der pakistanischen Regierung, Rehman Malik, machte radikal-islamische Extremisten für die Bluttat verantwortlich. Augenzeugen beschrieben die Täter als "bärtige, junge Männer".
Bis zu 60 Todesopfer befürchtet
Die Verwundeten wurden in Krankenhäuser gebracht, sagte ein Vertreter der Rettungskräfte, Kamran Ali. "Wir fürchten, dass die Zahl der Toten auf 50 oder 60 steigt, da die Angreifer Granaten in Gruppen von Polizisten geworfen haben." Im Fernsehen waren Bilder von getöteten Polizisten auf dem Gelände des umstellten Ausbildungszentrums zu sehen.
Der Überfall ist der zweite schwere Vorfall in Lahore innerhalb weniger Wochen. Vor knapp einem Monat haben mehrere Attentäter die Kricket-Nationalmannschaft Sri Lankas angegriffen und dabei sieben pakistanische Sicherheitsbeamte getötet sowie acht Sportler verletzt. Der jüngste Anschlag erinnert auch an die Angriffe pakistanischer Extremisten auf Hotels und andere Ziele im indischen Bombay (Mumbai). Dabei waren im November 166 Menschen ums Leben gekommen.
Indiens Innenminister verurteilt Tat
Der indische Innenminister Palaniappan Chidambaram verurteilte die Tat. Neu Delhi verfolge die Entwicklungen im Nachbarland mit großer Sorge. Ein Sprecher der indischen Armee sagte, die Streitkräfte entlang der Grenze seien in höchster Alarmbereitschaft.
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