Bereits im Vorjahr hat die Staatsanwaltschaft Klagenfurt nach einer privat eingebrachten Anzeige gegen Kohl sämtliche Erhebungen wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Betruges eingeleitet.
Staatsanwalt Helmut Jamnig erklärte am Freitag, die Ermittlungen würden vom Bundeskriminalamt geführt. Dort wollte man mit Hinweis auf das laufende Verfahren keine Details nennen.
Kohl war 2008 als Gesamt-Dritter und Bergkönig der Tour de France gefeiert worden, ehe er nachträglich der missbräuchlichen Verwendung des Präparats CERA überführt wurde.
Hintermänner nicht genannt: Zwei-Jahres-Sperre
Bei seiner Verhandlung vor der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA Austria) verweigerte der Wahlkärntner die Nennung der Namen von Hintermännern (er gab an, CERA von einem Arzt bezogen zu haben) und wurde für zwei Jahre gesperrt.
Kohl spricht nur mit den Behörden
Gegenüber den Behörden sagte Kohl hingegen aus. "Seit meinem Geständnis spreche ich nur mit den staatlichen Stellen, ich gehe nicht den Weg über die Öffentlichkeit", erklärte Kohl. Zu den jüngsten Entwicklungen wollte er sich nicht äußern.
"Ich trage ebenso meinen Teil bei, aber ich werde das nicht medial breittreten. Da sind die Behörden zuständig, ich glaube, das ist der bessere Weg", so Kohl, der vor der Sonderkommission Doping auch Namen genannt haben will.
Ex-Rennstall forderte noch keinen Schadenersatz
Kohls früherer Rennstall Gerolsteiner hat an ihn noch keine Forderungen auf Schadenersatz gestellt. Gerolsteiner wartet den Ausgang des laufenden Verfahrens gegen den Deutschen Stefan Schumacher ab, dem ebenfalls die Verwendung von CERA nachgewiesen wurde.
Der Deutsche verleugnet dies aber strikt und klagte Gerolsteiner bereits auf Gehaltsfortzahlung. Das Rad-Team antwortete mit einer Gegenklage, der Fall ist gerichtsanhängig.
Der Österreichische Radsportverband hatte angekündigt, sich einem allfälligen Strafverfahren gegen Kohl in Österreich als Privatbeteiligter anzuschließen.
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