Fed blecht
US-Notenbank kämpft gegen Kreditklemme
Da der Leitzinssatz keinen Spielraum mehr für weitere Senkungen lässt, muss die Notenbank zu anderen geldpolitischen Maßnahmen greifen, um der Konjunktur- und Finanzkrise gegenzusteuern. "Die Federal Reserve wird unter den gegebenen Umständen alle verfügbaren Mittel einsetzen, um die wirtschaftliche Erholung voranzutreiben und Preisstabilität zu gewährleisten", hieß es in einer Mitteilung der Fed.
1,25 Billionen Dollar von der Fed
Die Fed erklärte sich bereit, den Ankauf fauler Hypothekenkredite auf dem US-Finanzmarkt noch auszuweiten. Dafür sollten weitere 750 Milliarden Dollar bereitgestellt werden. Damit wird die Fed inklusive früherer Käufe insgesamt etwa 1,25 Billionen Dollar für den Erwerb verbriefter Immobilienkredite aufbringen. Zudem will sie bis zu 300 Milliarden Dollar an langfristigen Staatsanleihen erwerben.
Fed-Chef Ben Bernanke (Bild) erklärte im Begleitkommentar zu dem von einigen Analysten als "dramatisch" bezeichneten Beschluss, die wirtschaftliche Lage habe sich seit dem letzten Treffen der Notenbanker im Jänner weiter verschlechtert. Die Fed werde in dieser Lage alle ihr zur Verfügung stehenden Mittel nutzen, um Schlimmeres zu verhindern.
Wirtschaftsentwicklung seit Jänner weiter abgeschwächt
Die Diagnose der Fed zum Zustand der US-Konjunktur fiel skeptisch aus. Seit der letzten Sitzung im Jänner habe sich die Wirtschaftsentwicklung "weiter abgeschwächt", hieß es in der Erklärung. Der kurzfristige Konjunkturausblick sei weiterhin "schwach", allerdings werde die Wirtschaft zu einer "schrittweisen Wiederaufnahme eines nachhaltigen Wachstums" kommen, sobald die politischen Maßnahmen zur Stabilisierung der Finanzmärkte und zur Unterstützung der Konjunktur greifen.
Der US-Leitindex Dow Jones Industrial Average ist am Mittwoch im Anschluss an die US-Leitzinsentscheidung vor allem wegen unkonventioneller Maßnahmen der Währungshüter ins Plus gedreht. Zuletzt stieg der DJIA um 1,48 Prozent auf 7.505,45 Punkte. Die NASDAQ-Indizes, die bereits im Plus tendierten, bauten ihre Gewinne weiter aus und zeigten sich zuletzt sehr fest. Am Anleihenmarkt sorgte die Ankündigung der Notenbank für massive Kursgewinne, der Dollar fiel dagegen zum Euro zurück.
"Entscheidend ist, dass die Fed für 300 Milliarden Dollar Treasuries kauft in den nächsten sechs Monaten", begründete ein Händler das Plus. Auch ein weiterer Händler verwies in erster Linie auf den Rückkauf von Staatsanleihen und den stärkeren Erwerb von Mortage Backed Securities (MBS), also hypothekenbesicherter Wertpapiere, durch die Notenbank. Der Leitzins wurde wie erwartet faktisch bei null Prozent belassen.
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