"Schwieriges Kind"

Paar hielt Sohn jahrelang in Zimmer gefangen

Ausland
05.03.2009 15:07
Die französische Polizei hat einen kleinen Buben befreit, der von seinen Eltern jahrelang in einem dunklen Zimmer gefangen gehalten worden war. Der heute Siebenjährige habe darin "auf einer uringetränkten Matratze, ohne Spielsachen oder Möbel" leben müssen, sagte der Staatsanwalt der südfranzösischen Kleinstadt Millau, Patrick Desjardins, am Donnerstag.

Das Licht für das Zimmer, dessen Fensterläden immer geschlossen gewesen seien, habe nur von außen angemacht werden können. "Dieser kleine Bub lebte unter Bedingungen, die schlimmer als in einer Gefängniszelle waren - und das seit mehreren Jahren."

"Schwieriges Kind"
Der Mann und die Frau im Alter von 42 und 35 Jahren wurden in Polizeigewahrsam genommen. Sie gaben an, sie hätten ihren Sohn eingesperrt, weil er "schwierig" sei. Der Vater, ein Maurer, gab zu, das Kind geschlagen zu haben - die Mutter schaute dabei tatenlos zu.

Die Sozialbehörden waren auf das Paar aufmerksam geworden, nachdem die Frau einen weiteren Sohn zur Welt gebracht hatte. Als sich die Eltern weigerten, Fragen zu ihrem ersten Kind zu beantworten, drang die Polizei in die Wohnung ein und fand den Buben. Er wurde zusammen mit seinem jüngeren Bruder, der offenbar nicht misshandelt wurde, zu einer Pflegefamilie gegeben.

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