Bevölkerung leidet

Proteste gegen russische Regierungspolitik

Ausland
31.01.2009 19:50
Im Fernen Osten Russlands sind am Samstag tausende Menschen auf die Straße gegangen, um gegen die Regierungspolitik bei der Bekämpfung der Wirtschaftskrise zu protestieren. Die Proteste bildeten den Auftakt zu landesweiten Demonstrationen und Kundgebungen. In den Städten Wladiwostok und Chabarowsk beteiligten sich insgesamt etwa 5.000 Menschen, wie der Radiosender "Echo Moskwy" berichtete. In Moskau werden 5.000 Polizisten im Einsatz sein. Die Kreml-treue Partei "Geeintes Russland" hat ihre Mitglieder für Samstag ebenfalls zu Kundgebungen aufgerufen. Sie sollen ihre Solidarität mit der Staatsführung bekunden.

In der Hauptstadt sind etwa 20 Kundgebungen unterschiedlicher Gruppierungen angekündigt. Zu den Forderungen gehört auch eine schnelle Aufklärung des Doppelmordes an dem Menschenrechtsanwalt Stanislaw Markelow und der Journalistin Anastassija Baburowa Mitte Jänner in Moskau.

Rubel-Abwertung und Arbeitslosigkeit
Die russische Bevölkerung leidet zunehmend unter steigenden Preisen, der Rubel-Abwertung sowie unter Arbeitslosigkeit. Der Preisverfall für Energieträger auf den Weltmärkten sowie die Konjunkturflaute lassen nach Angaben der Regierung die Staatseinnahmen im laufenden Jahr um etwa 40 Prozent schrumpfen. 

In den östlichen Regionen protestieren die Menschen zudem gegen die erhöhten Einfuhrzölle für Importautos, mit denen die marode russische Autoindustrie geschützt werden soll. Millionen Autofahrer im asiatischen Teil Russlands bevorzugen Gebrauchtwagen aus Japan und Korea.

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