"Entsorger" in Haft

“Suppenkoch” löste 300 Leichen in Säure auf

Ausland
25.01.2009 14:38
Ein im Drogenkrieg inhaftierter Mexikaner hat gestanden, 300 Leichen von Mitgliedern rivalisierender Banden in ätzenden Chemikalien aufgelöst zu haben. Der unter dem Spitznamen "Suppenkoch" bekannte Santiago Meza Lopez (Bild) erklärte am Freitag in einem Dorf nahe der Stadt Tijuana, er habe für seine Tätigkeit von einer Drogenbande 600 Dollar pro Woche erhalten.

"Sie brachten mir die Leichen und ich habe sie entsorgt", erklärte Meza, als er von der Armee vorgeführt wurde. Ein ranghoher Offizier meinte, die Aussagen des schon am Donnerstag verhafteten 45-jährigen Mannes seien glaubwürdig. Die Polizei hat in der Region bereits mehrfach menschliche Überreste gefunden, die von ätzenden Chemikalien angegriffen waren.

"Ich bitte die Familien dieser Menschen um Verzeihung", sagte Meza Lopez mit Blick auf seine Opfer. Die Methode der Auflösung von Leichen in ätzenden Chemikalien wird im mexikanischen Drogenkrieg immer wieder angewendet. Mit Meza Lopez waren zwei weitere Verdächtige und eine Minderjährige festgenommen worden.

Schon 5.700 Opfer im Drogenkrieg
Die mexikanische Regierung hatte Anfang 2006 eine Offensive gegen den Drogenhandel mit rund 36.000 Polizisten und Soldaten gestartet. Dennoch verdoppelte sich die Zahl der Todesopfer in dem Drogen-Krieg im vergangenen Jahr auf mehr als 5.700. Funde von enthaupteten Leichen erschütterten immer wieder die mexikanische Öffentlichkeit.

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