Alles ein Märchen?
“Große Vögel spuckten Fischchen über uns aus”
Eine Hubschrauberbesatzung der australischen Küstenwache hatte die Männer am Samstag bei einem Flug über der Torres-Straße vor Cape York in einer großen roten Kühlbox (Bild) entdeckt. Die Piloten nahmen die Schiffbrüchigen sofort an Bord: "Ihre ersten Worte waren 'Können wir etwas zu trinken haben?'", berichtete ein Sprecher der Hubschrauberbesatzung. "Sie hatten einen Mordsdurst", ergänzte Pilot Terry Gadenne: "In kürzester Zeit haben sie zwei Liter Wasser getrunken."
Kutter am 23. Dezember gesunken?
Nach eigenen Angaben waren die beiden Männer an Bord eines zehn Meter langen thailändischen Fischkutters, der etwa am 23. Dezember sank. Sie hätten die übrigen 18 Besatzungsmitglieder ohne Rettungswesten im Meer schwimmen sehen, berichteten sie. In der Kühlbox seien sie 25 Tage lang im Meer getrieben.
Die nordaustralische Küste war in den vergangenen Wochen von heftigen Stürmen mit starken Regenfällen heimgesucht worden. Für die Schiffbrüchigen könnte sich das als Glück im Unglück erwiesen haben, mutmaßte Hubschrauberpilot Gadenne: "Das könnte sie mit Trinkwasser versorgt haben." Unklar blieb, wovon sich die beiden Männer ernährt haben. Medien spekulierten, in der ursprünglich zur Fisch-Kühlung genutzten großen Kühlbox seien noch Fische gelegen.
Zweifel an Darstellung der Männer
Mittlerweile wurden aber Zweifel an der Geschichte der beiden Männer laut. Der Arzt Paul Luckin, Offizier der australischen Marine und Überlebensexperte, sagte, um einen derart langen Zeitraum zu überleben, hätten die beiden Männer regelmäßig Trinkwasser zu sich nehmen müssen. Andere Ärzte verwiesen darauf, dass sich die Schiffbrüchigen in bemerkenswert guter Verfassung befanden und auch keinerlei Zeichen von Sonnenbrand aufwiesen.
Bereits aus dem Krankenhaus entlassen
Nach den Worten einer Krankenhaussprecherin wurden die zwischen 20 und 30 Jahre alten Männer schon am Dienstag aus dem Thursday Island Hospital im Norden von Queensland entlassen und zunächst in einem Motel untergebracht, wie ein Sprecher des australischen Einwanderungsministeriums sagte. Die Schiffbrüchigen hätten keine Papiere bei sich. Bei allem Verständnis für die "besonderen Umstände" ihrer Ankunft in Australien müssten zunächst ihre Identität und ihre weiteren Pläne geklärt werden, sagte der Sprecher. "Wenn sie Schutz suchen, werden wir das natürlich prüfen. Wenn sie nach Hause zurückkehren wollen, werden wir ihnen dabei helfen."
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