Sterbehilfe-Streit

Gericht stärkt Familie von Komapatientin Eluana

Ausland
26.01.2009 22:08
Im Sterbehilfe-Streit um die seit 17 Jahren im Koma liegende Italienerin Eluana Englaro hat die Familie der Frau den möglicherweise letzten wichtigen Erfolg vor Gericht erstritten. Der Mailänder Verwaltungsgerichthof hob am Montag einen Verwaltungsbescheid auf, der dem Pflegepersonal die Beendigung der künstlichen Ernährung verbot. Die lombardische Verwaltung hatte mit ihrem Bescheid eine bereits zuvor gefasste Entscheidung des Mailänder Berufungsgerichts ignoriert, wonach Englaro entsprechend dem Antrag ihres Vaters sterben dürfe.

Er sei sehr glücklich mit der Entscheidung, sagte der Vater Englaros, der im Namen seiner Tochter seit zehn Jahren gegen die Behörden kämpft. Eine Klinik in Udine hatte sich vergangene Woche grundsätzlich bereit erklärt, die Komapatientin für ihre letzten Tage aufzunehmen.

Englaro war 1992 nach einem Autounfall ins Koma gefallen und ist seitdem nicht wieder aufgewacht. Ihr Fall bewegt ganz Italien. Vor allem die katholische Kirche kämpft erbittert gegen eine Sterbehilfe für die Frau, der Vatikan verurteilte dementsprechend den Spruch des Berufungsgerichts. "Es läuft darauf hinaus, einen Mord zu begehen, wenn man Eluana nichts mehr zu essen und zu trinken gibt", erklärte der Vorsitzende des päpstlichen Rates für Gesundheitsfragen, Javier Lozano Barragan.

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