50 Tote befürchtet

Schwerstes Beben in Costa Rica seit 150 Jahren

Ausland
10.01.2009 15:28
Nach dem schwersten Erdbeben in Costa Rica seit 150 Jahren kämpfen sich die Rettungsteams nur allmählich zu den Opfern vor. Die nationale Krisenzelle CNE sprach am Freitag (Ortszeit) von 15 geborgenen Toten und 42 Vermissten, befürchtet werden mehr als 50 Tote. Präsident Oscar Arias sagte nach einem Blitzbesuch im Katastrophengebiet am Vulkan Poas: "Die Auswirkungen sind schlimmer, als ich mir vorgestellt hatte."

Luftaufnahmen offenbaren, dass durch Erdrutsche die Verbindungen zu zahlreichen Dörfern abgeschnitten wurden, Dutzende Häuser stürzten in sich zusammen, Erdmassen begruben auch Autos unter sich. Verzweifelte Bewohner des Katastrophengebietes suchen unter Trümmern und Erdmassen nach Angehörigen.

Tausende von Außenwelt abgeschnitten
Der Vulkan Poas liegt rund 40 Kilometer von der Hauptstadt San Jose entfernt. In der Nähe des Vulkans war das Epizentrum des Bebens der Stärke 6,2, das sich am Donnerstag um 13.21 Uhr Ortszeit (20.21 Uhr MEZ) ereignete. Nach einer Schätzung des Roten Kreuzes blieben am Freitagabend noch immer rund tausend Menschen in entlegenen Gegenden von jeder Hilfe abgeschnitten.

Rund 150 ausländische Touristen, vornehmlich aus den USA, Frankreich, Kanada und Spanien, wurden aus dem am schwersten betroffenen Gebiet rings um den Poas evakuiert, viele mussten mit Hubschraubern ausgeflogen werden. Viele von ihnen hatten sich zu den La-Paz-Wasserfällen aufgemacht, die zu den wichtigsten Touristenattraktionen des zentralamerikanischen Landes zählen.

Internationale Hilfsaktion läuft an
Sowohl die Nachbarstaaten als auch die USA und China stellten Hilfe zur Verfügung. Zwei Black-Hawk-Hubschrauber der US-Streitkräfte wurden aus Honduras in das Krisengebiet entsandt, um sich an den Rettungseinsätzen zu beteiligen. Unter den Getöteten befindet sich auch ein zwölfjähriges Mädchen, das von einer umstürzenden Mauer begraben wurde. Im Erdbebengebiet leben 2,5 Millionen der insgesamt vier Millionen Einwohner Costa Ricas.

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