Premiere in Holland
Eingewanderter Muslim regiert künftig Rotterdam
Das Rathaus der Hafenmetropole, die mit knapp 600.000 Einwohnern nach Amsterdam die zweitgrößte Stadt des Königreichs ist, wurde von einem Großaufgebot an Polizisten bewacht. Bei der Sicherheitskontrolle von Teilnehmern der Zeremonie und Journalisten wurden auch Sprengstoffspürhunde eingesetzt.
Protest von Fortuyn-Anhängern
Vor dem Rathaus protestierte eine Gruppe von Anhängern des 2002 ermordeten Rechtspopulisten Pim Fortuyn. Er hatte von Rotterdam aus zur Bekämpfung des Islam als "feindliche Gesellschaft" aufgerufen und eine Begrenzung der Einwanderung gefordert.
Doppelstaatsbürgerschaft
Aboutaleb besitzt bis heute auch die marokkanische Staatsbürgerschaft. Er hatte bei der sozialdemokratischen Partei der Arbeit (PvdA) Karriere gemacht, die in Den Haag in einer Koalition mit den Christdemokraten regiert. Zuletzt war er Staatssekretär für Arbeit und Soziales. Die Ernennung Aboutalebs zum Nachfolger des turnusmäßig aus dem Amt scheidenden Bürgermeisters Ivo Opstelten von der rechtsliberalen Partei für Freiheit und Demokratie (VVD) hatte im Oktober die sozialdemokratische Mehrheit im Stadtrat durchgesetzt.
Bekennender Muslim
Der bekennende Muslim will sich nach seinen Worten für ein besseres Verständnis und Zusammenleben von Menschen verschiedener Religionen und Kulturen einsetzen. In Rotterdam ist der Anteil von eingewanderten Muslimen an der Gesamtbevölkerung höher als in allen anderen niederländischen Städten. Gegenwärtig entsteht dort eine Moschee, die zur größten Europas ausgebaut werden soll.
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