"First Umzug"
Obamas Kinder besuchen erstmals neue Schule
"Ich muss sagen, dass ich ein bisschen wehmütig war, als ich heute das Haus verlassen habe", sagte Obama laut "New York Times" vor seinem Abflug in die Hauptstadt. "Malias Freundin brachte ein Album vorbei, das die beiden zusammen zeigt. Sie waren Freunde seit der Vorschule, und ich blätterte durch die Seiten", schilderte der Präsident seinen Abschied aus Chicago. "Das Haus war leer, und es war ein wenig schwierig."
Menschenmengen vor dem Hotel
Anschließend benutzte Obama zum ersten Mal seit seiner Wahl im November für den Flug von Chicago nach Washington eine Maschine der Air Force, die für den Präsidenten und hohe Regierungsmitglieder zur Verfügung stehen. Seine Ankunft war von keiner offiziellen Zeremonie oder Ansprachen begleitet. Nach Medienberichten säumten aber rund um das Hotel Menschenmengen die Straßen. Einzelne Protestrufe gegen die israelische Militäroffensive im Gaza-Streifen erinnerten den künftigen Präsidenten an eine der Herausforderungen, wenn er die Amtsgeschäfte im Weißen Haus übernimmt, berichtete die "Washington Post".
Vereidigung am 20. Jänner
Obama wird zwar erst am 20. Jänner als 44. Präsident der USA vereidigt, aber der Schulstart seiner Töchter erforderte einen frühen Umzug. In der von den Obamas ausgesuchten Privatschule drückten auch schon die Clinton-Tochter Chelsea sowie vor ihr fast alle Präsidentenkinder bis zurück zur Amtszeit von Teddy Roosevelt (1901-1909) die Schulbank. Umgerechnet 20.000 Euro kostet die Schule der Religionsgemeinschaft der Quäker pro Kind und Jahr.
Die künftige "First Family" wohnt vorerst in dem Luxushotel im Stadtzentrum mit Blick aufs Weiße Haus. Es bietet den Glanz des späten 19. Jahrhunderts und ist nach früheren berühmten Bewohnern benannt: John Hay, der privater Assistent von Abraham Lincoln war und Henry Adams, Autor und Verwandter der früheren Präsidenten John Adams und John Quincy Adams. Am 15. Jänner wollen die Obamas in das Gästehaus des Weißen Hauses umziehen, bevor wenige Tage später das endgültige Quartier im Weißen Haus bezogen wird.
Obama peilt kräftige Steuersenkung an
Obama will zu Beginn dieser Woche die Vorbereitungen auf die Amtsübernahme mit Hochdruck fortsetzen. Im Vordergrund steht dabei die rasche Verabschiedung eines massiven zweiten Konjunkturprogramms im möglichen Umfang von 775 Milliarden Dollar, rund 559 Milliarden Euro. Wie am Sonntagabend bekannt wurde, will Obama die Wirtschaft mit massiven Steuersenkungen ankurbeln. Um sich die Zustimmung der Republikaner für das geplante Konjunkturpaket über insgesamt bis zu 775 Milliarden Dollar (rund 559 Milliarden Euro) zu sichern, peile Obama steuerliche Entlastungen von bis zu 310 Milliarden Dollar für Unternehmen und die Mittelschicht an, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Sonntagabend von führenden Demokraten. Auch das "Wall Street Journal" berichtete über geplante Steuererleichterungen in einer Höhe von rund 300 Milliarden Dollar.
Ausweitung der staatlichen Krankenversicherung
Zudem erwäge Obama im Rahmen des zweijährigen Pakets eine umfassende Ausweitung der staatlichen Krankenversicherung sowie der Arbeitslosenhilfe. Das Konjunkturpaket würde damit zu rund 40 Prozent aus Steuerentlastungen bestehen. Dies soll vor allem einige Republikaner besänftigen, die Steuersenkungen grundsätzlich für sinnvoller im Kampf gegen die Wirtschaftskrise halten als eine Ausweitung der staatlichen Finanzhilfen. Der Mehrheitsführer der Demokraten im Senat, Harry Reid, stellte ein Paket in Aussicht, das neben Steuererleichterungen auch Ausgaben für Straßen und Schulen beinhalten werde. Das Programm müsse jedoch die Unterstützung beider Parteien haben, erklärte er im Hinblick auf die Zusammenkunft des neuen Kongresses am Dienstag.
Allerdings sei es mittlerweile unwahrscheinlich, dass das Konjunkturpaket wie erhofft schon zu Obamas Amtsantritt unter Dach und Fach sei, sagte der demokratische Mehrheitsführer im Repräsentantenhaus, Steny Hoyer. Obama werde das Paket wahrscheinlich erst Mitte Februar unterzeichnen können.
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