17.12.2008 12:04 |

Weltpremiere in NY

Tom Cruise stellt umstrittenen Film "Walküre" vor

Zahlreiche Stars haben am Montagabend in New York die langerwartete Weltpremiere des Films "Operation Walküre" über das gescheiterte Hitler-Attentat gefeiert. Neben Hauptdarsteller Tom Cruise, der Claus Schenk Graf von Stauffenberg spielt, stellten sich unter anderem Kenneth Branagh, Bill Nighy, Eddie Izzard und Regisseur Bryan Singer dem Blitzlichtgewitter der Fotografen am Broadway. Zur Uraufführung waren auch die deutschen Schauspieler Thomas Kretschmann und Christian Berkel angereist. Sebastian Koch begleitete seine Lebensgefährtin, Carice van Houten, die als Nina von Stauffenberg zu sehen ist. Nur von einem Star fehlte am roten Teppich jede Spur: Cruises Ehefrau Katie Holmes.

Tom Cruise grinste wie ein Honigkuchenpferd vor dem renommierten Lincoln Center in New York, in dem die ungewöhnlich zurückhaltende Weltpremiere in einem kleinen Saal anstatt in einem großen Premierenkino gefeiert wurde. Der Mime genoss das Blitzlichtgewitter, das auf ihn einbrach. Doch natürlich fragten die anwesenden Journalisten und die bei Nieselregen ausharrenden Dutzenden Fans sofort: "Wo ist Katie?" Denn sie wissen: Montags spielt Katie nicht Theater, da hat sie frei. Warum war sie zu dem großen Abend ihres Ehemannes nicht gekommen? "Sie ist daheim geblieben", so der Schauspieler, "um die Kinder zu hüten und Freunde zu bewirten."

Gäste trotz aller Kritik im Vorfeld begeistert
Obwohl die erste Kritik im Filmfachblatt "Variety" zwiespältig war - die Premierengäste zeigten sich begeistert von der in den USA wenig bekannten Geschichte um die Wehrmachtsoffiziere, die am 20. Juli 1944 versucht hatten, mit dem Attentat auf Hitler den Krieg zu beenden. Für einige Zuschauer war es wie eine Geschichtsstunde.

"Der Film war sehr bewegend. Ich wusste, dass es französischen Widerstand gegeben hat, aber nichts über den deutschen Widerstand", sagte Marie Hughes aus New York nach der Uraufführung. "Ich wusste zwar, dass es Attentatsversuche gegeben hatte, aber nicht in welchem Ausmaß und in den höchsten Rängen. Es sind alles fantastische Schauspieler. Am Ende hält man eine halbe Stunde lang den Atem an" sagte die Britin Eberina Fox.

"Ich wollte einfach den bestmöglichen Film drehen. Es ist ein zeitloser Thriller. Der Mensch gegen alle Chancen", sagte Cruise am Premierenabend der "USA Today".

Proteste von Scientology-Gegnern
Die "Walküre"-Dreharbeiten in Deutschland im vergangenen Jahr hatten Schlagzeilen gemacht. Für kontroverse Diskussionen sorgte vor allem, ob ein bekennender Scientologe wie Cruise die Hauptrolle übernehmen dürfe. Auch um die Genehmigung für Aufnahmen im Innenhof des historischen Berliner Bendlerblock gab es heftige Querelen. Und natürlich waren auch zur Premiere einige Scientology-Gegner erschienen, die durch Gitter abgeschirmt lauthals gegen Cruise protestierten.

In den US-Kinos läuft der zeitgeschichtliche Film am 25. Dezember an. Das qualifiziert "Walküre" noch für das Oscar-Rennen im Frühjahr. Die Europapremiere ist am 20. Jänner kurz vor der Berlinale in der deutschen Hauptstadt geplant. In Österreich läuft "Operation Walküre - Das Stauffenberg Attentat" am 23. Jänner in den Kinos an.

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