Hochwasser in Rom

Schaulustiger stürzt in Tiber und stirbt

Ausland
14.12.2008 15:17
Die Hochwasser-Lage in Rom hat sich entspannt. Die Behörden und Tausende Schaulustige verbrachten die Nacht auf Samstag entlang des Tibers, der laut Expertenangaben in einigen Stadtvierteln über die Ufer hätte treten können. Mehrere Brücken der Stadt wurden vorsichtshalber gesperrt, doch die befürchteten Überschwemmungen blieben aus. Kein Evakuierungsplan für die gefährdeten Stadtviertel im Norden der italienischen Hauptstadt musste umgesetzt werden. Dennoch kam es in der Nacht auf Samstag zu einer Tragödie: Ein junger Ire, der das Hochwasser fotografieren wollte, stürzte in den Fluss und ertrank.

"Die Lage hat sich stabilisiert, wir können beruhigt sein", sagte der römische Bürgermeister Gianni Alemanno, der die ganze Nacht die Situation am Fluss verfolgte. Er rief die Römer auf, sich nicht entlang des Tiber-Ufers aufzuhalten, um zu fotografieren: "Das ist keine Show." Hunderte von Schaulustigen versammelten sich auf den Brücken der Innenstadt, um den Fluss zu sehen, der seit 40 Jahren nicht mehr so viel Wasser geführt hat wie jetzt.

Schaulustiger hilflos ertrunken
Ein 27-jähriger Ire, der mit einigen Freunden entlang des Tiber-Ufers das bedrohliche Wasser fotografieren wollte, stürzte in den Fluss und ertrank. Vergebens versuchten seine Freunde, ihn zu retten. Die Überschwemmungen belasteten auch den nördlichen Teil der Region Latium und Umbrien. Die Behörden sprachen von Schäden in Millionenhöhe.

Schneestürme im Norden
Seit Tagen halten schwere Regenfälle ganz Italien in Atem, im Norden gibt es auch Schneestürme. In Süditalien sorgten die heftigen Regenfälle für chaotische Zustände. In Neapel musste ein Gebäude wegen Einsturzgefahr evakuiert werden. Im Seriana-Tal in der Lombardei waren die 600 Einwohner einer kleinen Berggemeinde wegen eines Erdrutsches vom Rest der Welt isoliert. Die Wetterlage dürfte sich am Samstag wieder auflockern, doch eine weitere Schlecht-Wetterfront wird bereits am Sonntag erwartet.

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