Frachter frei

Griechischer Frachter gegen Lösegeld frei

Ausland
22.11.2008 19:59
Einen im September entführten griechischen Chemikalien-Frachter haben somalische Piraten gegen Lösegeld freigegeben. Das erklärte am Samstag die in Piräus ansässige Reederei Mare Shipmanagement. Wie viel Lösegeld gezahlt wurde, wollte sie nicht sagen. Wie das griechische Handelsmarine-Ministerium mitteilte, kam auch die 19-köpfige Besatzung der unter liberianischer Flagge fahrenden "Genius" unversehrt frei. Die "MV Genius" sei nun auf dem Weg zu den Vereinigten Arabischen Emiraten und inzwischen 800 Kilometer von Somalia entfernt. Der arabische Supertanker "Sirius Star" (Foto oben) ist weiter in der Hand der Piraten.

Somalische Piraten haben nach kenianischen Regierungsangaben in den vergangenen zwölf Monaten Lösegeldzahlungen von mehr als 150 Millionen Dollar (knapp 120 Millionen Euro) erhalten. Der kenianische Außenminister Moses Wetangula rief die Eigentümer gekaperter Schiffe am Freitag dazu auf, künftig kein Geld mehr zu zahlen, da dies die Piraten nur ermutige. Das saudi-arabische Außenministerium hatte am Freitag erklärt, es werde nicht mit den Piraten verhandeln. Was die Eigner der Schiffe machten, müssten sie selbst entscheiden.

Angesichts der gefährlichen Lage trotz der wachsenden internationalen Flottenpräsenz erwägen immer mehr Reedereien, die Wasserstraße vor der somalischen Küste zu meiden. Stattdessen soll auf dem Weg von Asien nach Europa das südafrikanische Kap der Guten Hoffnung umfahren werden.

Somalia-Rebellen wollen gegen Piraten kämpfen
Allein in den vergangenen zwei Wochen wurden im Seegebiet vor Somalia acht Schiffe mit mehreren hundert Besatzungsmitgliedern entführt. Darunter war auch der saudische Supertanker "Sirius Star" mit Rohöl im Wert von 100 Millionen Dollar an Bord. Das Schiff liegt vor dem somalischen Piratenschlupfwinkel Haradhere in der halbautonomen Region Puntland vor Anker.

Islamische Rebellen in Somalia wollen jetzt angeblich gehen die Seeräuberei vorgehen. "Wir sind gegen Piraten", sagte ein Sprecher der Aufständischen, Scheich Abdirahim Isse Adow, am Samstag. "Falls wir Piraten sichten, werden wir gegen sie vorgehen."

Rebellensprecher Adow sagte zur Lage im Küstengebiet: "Wir haben Harardhere unter Kontrolle, es wäre unmöglich für Piraten, sich dort zu verstecken." Die Islamisten hatten sich empört darüber gezeigt, dass das Schiff eines muslimischen Landes gekapert worden war. Die Seeräuber sollen angeblich 25 Millionen Dollar Lösegeld verlangen. Der Tanker war den Piraten rund 830 Kilometer südöstlich des kenianischen Hafens Mombasa ins Netz gegangen - weit entfernt vom Golf von Aden vor Somalia.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Ausland
22.11.2008 19:59
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung