Nach 28 Jahren

Hauptverdächtiger in Kanada festgenommen

Ausland
14.11.2008 07:23
Fast drei Jahrzehnte nach einem tödlichen Bombenanschlag auf eine Synagoge in Paris ist in Kanada der Hauptverdächtige festgenommen worden. Hassan Diab wurde in Gatineau in der Provinz Quebec von der Polizei aufgegriffen. Er sei in vorläufige Auslieferungshaft genommen worden, teilte das kanadische Justizministerium mit. Frankreich, das im Vorjahr einen internationalen Haftbefehl gegen Diab erwirkt hatte, hat nun 45 Tage Zeit, ein Auslieferungsersuchen zu begründen.

Diab, der einen kanadischen und einen libanesischen Pass besitzt, hat palästinensische Wurzeln. Er lebte mehrere Jahre in den USA und arbeitete zuletzt als Soziologe an der Universität von Ottawa. Er sagte der französischen Zeitung "Le Figaro" im vergangenen Monat, er habe mit dem Anschlag vom 3. Oktober 1980 nichts zu tun. Es handle sich um eine Verwechslung.

Unmittelbar nach der Festnahme Diabs bekräftigte sein Anwalt Rene Duval diese Angaben. "Mein Mandant ist unschuldig, er hat nichts mit diesem Fall zu tun." Er werde bei der Gerichtsanhörung am Freitag eine Freilassung von Diab fordern, der unterschiedlichen Angaben zufolge 54, 55 oder 56 Jahre alt ist.

Die Bombe vor der Synagoge in der Pariser Rue Copernic explodierte, als sich Hunderte Gläubige zum Gottesdienst versammelten. Drei Franzosen und eine Israelin kamen ums Leben, etwa 20 Menschen erlitten Verletzungen. Einen Tag später protestierten 200.000 Menschen in Paris gegen den Anschlag. Es war der erste tödliche Anschlag auf Juden in Frankreich seit der Besatzung durch die Nationalsozialisten während des Zweiten Weltkriegs.

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