Acht Festnahmen

Erste Verdächtige nach Anschlagsserie

Ausland
11.11.2008 10:19
Nach der Serie von Anschlägen auf französische Bahnlinien hat die Polizei acht Verdächtige festgenommen, die der ultra-linken, anarchistisch-autonomen Szene angehören. Alleine am Samstag hatten vier Anschläge auf Hochgeschwindigkeitsstrecken zu Verspätungen von 150 Zügen geführt. In der Nacht zum Montag fuhr zudem ein TGV in Südfrankreich bei Narbonne auf zwei Betonblöcke. Die Regierung hatte von koordinierten Aktionen gesprochen und die für Terrordelikte zuständige Staatsanwaltschaft mit den Ermittlungen beauftragt.

Über mögliche Motive der Täter gab es zunächst keine Angaben. Der Gleisnetzbetreiber RFF hatte noch am Wochenende erklärt, bei den Anschlägen handle es sich sehr wahrscheinlich um "reinen Vandalismus". Medien hatten hingegen an Anschlagsserien bei früheren Arbeitskonflikten erinnert. Die Bahn ist derzeit mit Streiks gegen eine Arbeitszeitreform konfrontiert.

Beim Zwischenfall in der Nacht auf Montag, als ein TGV-Hochgeschwindigkeitszug im Süden Frankreichs in zwei Betonplatten prallte, gab es zum Glück keine Verletzten. Wäre der TGV entgleist, hätte es zu eine Katastrophe kommen können. 

Haken und Gewehrschüsse bringen Verspätungen
Bereits am Samstag hatte der Fund von vier Eisenhaken an Strecken im Norden, Osten und Südosten des Landes bei 160 TGV-Zügen teils mehrstündige Verspätungen verursacht. Die Haken waren am frühen Morgen durch Wartungstechniker entdeckt worden, welche die Strecken mit Spezialwagen abfahren.

Die Anschläge wecken Erinnerungen an eine nie aufgeklärte Serie von 2004. Damals hatte eine Gruppe namens AZF Sprengsätze an Bahnschienen deponiert, die Orte vor der Explosion aber den Behörden bekanntgegeben.

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