"Dürre Beine"

Arnie lobt McCain und spottet über Obama

Ausland
02.11.2008 09:10
John McCain hat sich im Kampf um die Wählerstimmen in dem für ihn wichtigen Staat Ohio prominente Unterstützung geholt. Bei einer Wahlkundgebung in Columbus trat er am Freitag zusammen mit dem populären kalifornischen Gouverneur Arnold Schwarzenegger auf. Die "steirische Eiche", als Politiker für gewöhnlich diplomatisch und zurückhaltend, glänzte bei dem Auftritt allerdings mit peinlichen Untergriffen: Arnie spottete über die "drahtige, schmale Figur" des demokratischen US-Präsidentschaftskandidaten Barack Obama. Er lade Obama ein, den von ihm alljährlich veranstalteten Bodybuilder-Wettbewerb "Arnold Classic" in Columbus zu besuchen, sagte Schwarzenegger.

Obama müsse etwas "gegen diese dürren Beine" machen. Er werde ihm ein bisschen Training verordnen: "Und dann lassen wir ihn ein paar Bizeps-Übungen machen, um seine dünnen Ärmlein zu kräftigen." Vor allem gehe es aber darum, dass Obama seine politischen Ideen anfüttere - seine Ideen "brauchen Fleisch auf den Rippen", sagte Schwarzenegger, ein früherer "Mister Universe" vor Tausenden jubelnden Zuhörern. "Senator McCain dagegen ist gebaut wie ein Fels. Sein Charakter und seine Ansichten sind grundsolide", fügte Schwarzenegger hinzu.

"McCain ist ein wirklicher Actionheld"
"John McCain hat seinem Land in einem Kriegsgefangenenlager länger gedient als sein Kontrahent im Senat der Vereinigten Staaten", rief der gebürtige Steirer Schwarzenegger aus. "Ich habe nur einen Actionhelden im Film gespielt. John McCain aber ist ein wirklicher Actionheld." McCain verbrachte mehr als fünf Jahre in nordvietnamesischer Kriegsgefangenschaft, Obama sitzt erst seit knapp vier Jahren im US-Senat.

Die Kundgebung in Columbus bildete den Abschluss von McCains zweitägiger Bustour durch Ohio. Er muss diese republikanische Hochburg wohl wieder erobern, wenn er die Präsidentenwahl am Dienstag für sich entscheiden will. Trotz für ihn negativer Umfragen versprühte McCain Zuversicht, es noch schaffen zu können. Sollte McCain in Ohio verlieren, hätte er praktisch keine Chance mehr, noch die 270 Wahlmännerstimmen zu erreichen, die für einen Sieg gebraucht werden.

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