Sorgerechtsstreit

Amerikanischer Vater will Kinder zu sich holen

Oberösterreich
28.10.2008 11:36
Bange Wochen durchlebt derzeit eine junge Linzerin. Ihr amerikanischer Noch-Ehemann will die gemeinsamen Kinder, fünf und sieben Jahre alt, zu sich in die USA holen. Entscheiden muss das Linzer Familiengericht, doch internationale Abkommen erleichtern dem Vater den Kampf um seine Kinder.

Mit 21 Jahren war die hübsche gelernte Konditorin nach Michigan ausgewandert, um ihrem späteren Ehemann zu helfen. Der heute 42-Jährige war Witwer geworden und hatte vier Kinder zu versorgen. Nach der Heirat wuchs die Familie auf sechs Kinder an. Doch die Ehe zerbrach, zu Jahresbeginn übersiedelte die Oberösterreicherin in die alte Heimat, wo sie sich gerade eine neue Zukunft aufbaut. Die nun vom mehrmals vorbestraften Kindesvater bedroht wird.

Haftbefehl gegen Mutter
"Er hat in der Zwischenzeit in Amerika das Sorgerecht für unsere Kinder erstritten. Weil ich nicht zu den Verhandlungen kommen konnte - ich hatte in Linz meine Arbeit und meine Kinder -, wurde sogar ein Haftbefehl gegen mich erlassen", ist die Mutter verzweifelt.

Trumpf des Vaters: Haager Übereinkommen
Der Vater hält einen Trumpf in der Hand: das Haager Übereinkommen über die zivilrechtlichen Aspekte internationaler Kindesentführung. Damit möchte er erreichen, dass die Kinder in die USA zurückgeführt werden. Jährlich werden in Österreich 20 Fälle nach diesem Übereinkommen entschieden.

Steyrer Kinder in USA
Mit diesem Trumpf hat heuer bereits ein US-Amerikaner seine Kinder aus Steyr nach Amerika zurückgeholt. Nach einem Prozess, der bis zum Obersten Gerichtshof ging, leben die Kinder nun in den USA. Weit weg von der Mutter.

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