Mo, 16. Juli 2018

Frei gesungen

24.10.2003 20:17

Sechs russische Häftlinge ersangen sich die Freiheit

Singen statt Brummen: Bei Russlands ungewöhnlichstem Gesangswettbewerb kämpften Strafgefangene nicht um Geld oder Plattenverträge, sondern um die Freiheit. Und die haben sich 6 Häftlinge verdient!
Im Finale des Wettbewerbs der "Superstars" hinterGittern in Moskau wurden zwei Frauen und vier Männer alsSieger noch am Freitagabend amnestiert und freigelassen. "Ichfreue mich, dass ich nach Hause darf zu meiner sechsjährigenTochter", sagte die Gefangene Jelena Maslowa aus der Ural-StadtTscheljabinsk.
 
Verwandte brachen in Tränen aus
Die professionell gemachte Musikschau mit insgesamt23 Häftlingen fand unter starken Sicherheitsvorkehrungenvor handverlesenen Gästen statt. Die Sänger konntenim grellen Scheinwerferlicht auf der Bühne kaum sehen, wieihre Verwandten ihnen unter Tränen aus dem Publikum zuwinkten.
 
Über 800 Häftlinge bewarben sich
Von den 800.000 Sträflingen in überfülltenRusslands Gefängnissen und Lagern hatten sich mehr als 800mit Videos oder Kassetten beim Justizministerium für dasFinale beworben. Die Finalisten waren nach verschiedenen Paragrafenvon Raub, Betrug, Drogenhandel bis zu Mord verurteilt worden.
 
"Weiße Nächte im Straflager Perm"
Der Vorsitzende der Jury, der kommunistische KulturpolitikerNikolai Gubenko, lobte die Professionalität der Sänger.Talent bleibe auch hinter Gittern Talent, sagte er. An Musik botendie Häftlinge ein weites Spektrum von Eigenkompositionenzur Gitarrenbegleitung bis zu Pop und Rap. "Meine Lieder gebendie Wirklichkeit wieder", sagte Wladimir Wolschski, der Songsmit Titeln wie "Weiße Nächte im Straflager Perm" geschriebenhat.
 
Hälfte der Strafe muss abgesessen sein
Rechtlich hänge die Amnestierung nicht nur voneiner schönen Stimme ab, erklärte das Justizministerium.Auch die Sieger hätten je nach Verbrechen die Hälfteoder zwei Drittel ihrer Strafe abgesessen. Das sei in Russlanddie Voraussetzung für eine Amnestie.
 

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