Aufruhr in Bangkok

Premierminister flieht per Helikopter

Ausland
07.10.2008 11:59
Nach einem blutigen Polizeieinsatz gegen tausende Demonstranten in Bangkok musste Thailands Regierungschef Somchai Wongsawat am Dienstag per Helikopter aus dem Parlament fliehen. Die Sicherheitskräfte hatten zuvor ohne Erfolg versucht, eine Blockade des Parlaments durch Regierungsgegner zu verhindern. Bei dem Einsatz wurden zahlreiche Oppositionelle verletzt, einige von ihnen schwer. Zwei Menschen wurden nach Augenzeugenberichten Gliedmaßen abgerissen, einer verlor seine Hand, offenbar durch explodierende Tränengasgeschoße, die aus unmittelbarer Nähe abgefeuert worden waren.

Die Polizei hatte die Demonstranten mit einem Überraschungsangriff zunächst zerstreut. Dann umstellten immer neue Kundgebungsteilnehmer neuerlich das Areal. Hunderte Abgeordnete saßen dort fest. 

Vizepremier Chavalit Yongchaiyudh trat unterdessen von seinem Amt zurück. Das Vorgehen der Sicherheitskräfte gegen die Demonstranten stimme nicht mit dem überein, was er "versprochen" habe, versicherte Chavalit in einer handschriftlichen Erklärung.

"Das ist barbarisch"
"Das ist barbarisch", sagte eine 53-Jährige, die am Kopf verwundet wurde. "Wir hätten nicht gedacht, dass die Polizei uns angreift." Es waren auch Schüsse zu hören; Sanitäter berichteten von Verletzungen durch Gummigeschoße. Offiziellen Angaben zufolge waren die Polizisten unbewaffnet.

Drahtzieher der Blockade war das Oppositionsbündnis PAD, das seit Wochen den Regierungssitz besetzt hält. Die außerparlamentarische Volksallianz für Demokratie (PAD) wirft Somchai sowie dessen Vorgänger Samak Sundaravej vor, lediglich "Marionetten" des 2006 durch einen Militärputsch gestürzten Regierungschef Thaksin Shinawatra zu sein, der seitdem im Exil in Großbritannien lebt. Somchai ist ein Schwager von Thaksin.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Ausland
07.10.2008 11:59
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung