Trotz Heereinsatz

Onkel von Mafia-Verräter hingerichtet

Ausland
06.10.2008 14:17
Während die italienische Regierung 500 Soldaten in die süditalienische Region Kampanien zum Einsatz gegen die Mafia entsandt hat, ist es in der Gegend erneut zu einem spektakulären Mord gekommen. Der Onkel eines Mafioso, der sich zur Zusammenarbeit mit der Justiz entschlossen hatte, wurde am Sonntagvormittag in Casal di Principe, einer Hochburg der Camorra, dem neapolitanischen Arm der Mafia, erschossen.

Der nicht vorbestrafte Mann wurde vor mehreren Zeugen im Zentrum der Ortschaft erschossen. Der 60-Jährige war Onkel eines einflussreichen Mafiosos, der der Polizei zu mehreren Verhaftungen in Camorra-Kreisen verholfen hatte.

Soldaten gegen die Mafia
Die italienische Regierung hat am Samstag 500 Soldaten zur Bekämpfung der Kriminalität nach Kampanien entsandt. Das Militär soll vor allem rund um die Städte Neapel und Caserta gegen die Camorra vorgehen. Dies hatte das Kabinett von Ministerpräsident Silvio Berlusconi vor knapp zwei Wochen beschlossen. Die Militäreinheiten sollen zunächst für drei Monate eingesetzt werden. Seit einigen Monaten sind landesweit bereits 3.000 Soldaten in den größten italienischen Städten im Einsatz, um die Kriminalität zu bekämpfen.

Proteste gegen die Mafia
Bei einer Schießerei in der Nähe von Caserta waren im September sechs Afrikaner und ein Italiener ums Leben gekommen. Auftraggeber der Tat soll die neapolitanische Mafia gewesen sein. Daraufhin hatte die Polizei bereits 400 zusätzliche Einsatzkräfte in die Gegend verlegt. In Caserta protestierten Samstag früh Tausende Menschen gegen die Mafia, darunter viele Immigranten sowie Lokalpolitiker.

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