Gleich nach Olympia
73-jähriger papsttreuer Bischof in China inhaftiert
Der unter kommunistischer Aufsicht eingesetzte "patriotische" Erzbischof von Peking, Joseph Li Shan, hatte vergangene Woche in einem RAI-Interview Papst Benedikt XVI. zu einem China-Besuch eingeladen und gemeint: "Das Problem der Untergrundkatholiken existiert nicht", obwohl sich zahlreiche papsttreue Geistliche in Haft und in Umerziehungslagern befinden. Sie werden von den KP-Behörden als "vom Ausland gesteuerte feindliche Elemente" eingestuft.
Verweigert China ärztliche Behandlung?
Über die Gründe der Verhaftung sowie den Ort, an dem der Bischof festgehalten wird, war zunächst nichts bekannt. Nach seiner Freilassung im Dezember 2007 stand der Bischof unter Hausarrest und durfte mit wenigen Ausnahmen keine Besucher empfangen. Der alte Mann soll schwer krank sein und habe vergeblich um medizinische Hilfe gebeten. Der Papst hatte ihn 1980 als Bischof von Zhengding in der Provinz Hebei mit etwa 110.000 Katholiken eingesetzt. Jia kümmerte sich dort um ein Waisenhaus mit etwa 100 Waisen.
Etwa 40 Untergrundbischöfe seien derzeit in China inhaftiert, verschwunden, unter Hausarrest oder ständiger Überwachung ausgesetzt, meldete die Stiftung. In der Volksrepublik ist nur die 1957 auf Druck des kommunistischen Regimes gegründete Katholische Patriotische Vereinigung zugelassen, die offiziell keine Kontakte zum Vatikan unterhalten darf und ihre Bischöfe unter staatlicher Aufsicht einsetzt.
Zuletzt Entspannung zwischen Peking und Rom
Dies gilt allerdings nicht für die "Sonderverwaltungsgebiete" Hongkong und Macao. Die papsttreue Untergrundkirche gilt offiziell als "subversive Organisation". Der "patriotische" Klerus war noch von Papst Pius XII. exkommuniziert worden. In jüngster Zeit hat Rom aber der Einsetzung mehrerer "patriotischer" Bischöfe zugestimmt.
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