Aufreger Spritpreise

Frauen zahlen hohen Preis fürs Pendeln

Oberösterreich
20.08.2008 11:55
Wer angenommen hat, dass Pendeln mit dem eigenen Auto eine männerdominierte Angelegenheit ist, liegt vollkommen falsch, fasst der oberösterreichische Arbeiterkammer-Präsident Johann Kalliauer eine aktuelle AK-Umfrage zusammen: Die derzeitigen Spritpreise belasten die Geldbörsen der Frauen viel stärker - sie verdienen nämlich weniger. Rund 400.000 Pendler gibt's im Land ob der Enns: 43 Prozent davon sind Frauen.

Die meisten nehmen täglich mehr als 20 Kilometer Fahrt in Kauf, um zur Arbeit zu kommen.

Das kostet Zeit, Nerven und vor allem viel Geld: Die Frauen verdienen im Schnitt 40 Prozent weniger als Männer, weiß der AK-Präsident: Da die Oberösterreicherinnen ein geringeres Nettoeinkommen bei gleicher Arbeit haben als ihre männlichen Kollegen, wirken sich die hohen Treibstoffpreise negativ auf die Fraueneinkommen aus. Ein Großteil der Frauenlöhne wird wegen der Berufspendlerei so vom Sprit aufgefressen.

Die Erhöhung der Pendlerpauschale in der derzeitigen Form bringt vielen Frauen nichts, da es sich um einen Steuerfreibetrag handelt, der erst ab einem Einkommen über 1.127 brutto zum Tragen kommt. "Die Hälfte der berufstätigen Frauen in Oberösterreich verdient aber weniger -  ich fordere eine entfernungsabhängige Direktzahlung", so Kalliauer. 

Von Jacky Payreder, Oö. Krone

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