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Serbischer Geheimdienst verhandelt mit Mladic

Ausland
13.08.2008 17:45
Nach Radovan Karadzic ist er der letzte „hochkarätige“ Kandidat auf der „Wanted“-Liste des Den Haager Tribunals für die Kriegsverbrechen in Ex-Jugoslawien: Ratko Mladic. Und offenbar steht seine Auslieferung an die UNO unmittelbar bevor. Man verhandle derzeit mit dem einstigen Militärchef der bosnischen Serben über dessen Überstellung an das Tribunal, berichten mehrere bosnisch-serbische Medien. Die serbischen Behörden seien entschlossen, die Zusammenarbeit mit dem Haager Gericht abzuschließen.

Mladic hat noch keine Entscheidung getroffen, sich zu stellen, da nicht nur der „Preis, den Mladic für die Übergabe verlangt“, sondern „auch etwaige Sanktionen, falls er sie zurückweist, hoch sind“. Das offizielle Belgrad sei jedenfalls bereit, Mladic festzunehmen, berichtete „Nezavisne novine“, auch wenn es der Regierung lieber wäre, würde er sich freiwillig stellen. 

Tatsächlich hat der serbische Sonderstaatsanwalt für Kriegsverbrechen, Vladimir Vukcevic, der Verhaftung von Mladic und des ebenfalls flüchtigen Goran Hadzic Anfang August oberste Priorität eingeräumt. Wie dieses Ziel aber erreicht werde, „werde ich bestimmt nicht im Voraus ankündigen“, sagte Vukcevic.

Ist Mladic auch in Belgrad untergetaucht?
Die Anklage des UNO-Tribunals für Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien wirft Mladic wie Karadzic im Zusammenhang mit dem Massaker in Srebrenica 1995 Genozid sowie weitere Kriegserbrechen während des Bosnien-Krieges (1992-1995) vor. Anders als sein politischer Chef Karadzic hatte Ex-General Mladic nach Kriegsende jahrelang in Belgrad gelebt und war erst 2002 untergetaucht. Eine Zeitlang versteckte er sich daraufhin in serbischen Militäranlagen, dann wohnte er in Mietwohnungen in Belgrad, wie später bekannt wurde. Mladic wird weiterhin in der serbischen Hauptstadt vermutet, wo auch Karadzic am 21. Juli festgenommen wurde.

EU-Annäherung Serbiens nur mit Verhaftungen möglich
Die EU hatte die Verhaftung von Karadzic begrüßt, forderte aber von Belgrad, „die zwei letzten flüchtigen Angeklagten ausfindig zu machen und nach Den Haag zu überstellen“. Von der vollen Zusammenarbeit mit dem Haager Gericht hängt die weitere EU-Annäherung Serbiens ab, die sich die Regierung unter Führung der Demokraten von Staatschef Tadic auf die Fahnen geschrieben hat.

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