Die Vorgeschichte: LKH-Verwaltungsdirektor Herwig Wetzlinger wurde kürzlich vom neuen KABEG-Chef Dieter Mandl vom Dienst freigestellt - zudem erwischte es den medizinischen Direktor Thomas Koperna und die stellvertretende kaufmännische Direktorin Claudia Scharm-Groicher. Sie wurden von Mandl in ihren Funktionen abberufen. Allerdings ohne konkrete Gründe genannt zu haben.
"Vertrauen in Direktoren verloren"
In einer Pressekonferenz am Freitag wurde von Mandl lediglich eine Sonderprüfung angekündigt. Unklar bleibt, wer diese durchführen wird. Nach seinem Amtsantritt sei er auf Unterlagen gestoßen, "von denen sich ein Teil darstellte, dass man ihnen prüferisch nachgehen musste", sagte der Kabeg-Vorstand. In der Folge habe er dann "das Vertrauen in die Direktoren verloren" und diese abberufen.
"Beweisbare Tatsachen"
"Der Vertrauensverlust bezieht sich nicht auf Indizien, sondern auf beweisbare Tatsachen und klagbares Fehlverhalten", meinte Mandl. Die Sonderprüfung sei nun die logische Folge, eine Prüfung des Landesrechnungshofes alleine reiche nicht aus.
Er darf nicht sagen, worum es geht
Details oder konkrete Vorwürfe gegen die Direktoren wollte Mandl nicht nennen: "Ich darf nicht sagen, worum es sich handelt." Klar ist nur, dass es Probleme bei den Rechnungsabschlüssen der Jahre 2006 und 2007 geben soll. Ob es sich bei den angeblichen Fehlern um "Schlampigkeiten" oder um bewusst herbeigeführte Änderungen handle, konnte Mandl nicht sagen. Die Begriffe "Manipulation" oder "Fälschung" wollte er aber nicht verwenden.
Keine Angst vor Abberufung
Einer eventuellen Abberufung durch den Kabeg-Aufsichtsrat sieht Mandl gelassen entgegen. In der vergangenen Woche wurde per Landtagsbeschluss das Quorum im Kabeg-Aufsichtsrat so verändert, dass eine Abwahl des umstrittenen Vorstandes nicht mehr durch einen Auszug der BZÖ-Mitglieder verhindert werden kann. "Ich arbeite bis zur letzten Sekunde", meinte Mandl. Vorzeitig die Segel zu streichen "ist nicht meine Art".
Klage der Ex-Direktoren
Die betroffenen Direktoren Wetzlinger und Koperna hatten erst am Mittwoch eine Klage beim Arbeitsgericht auf "Unwirksamkeit der Abberufungen" eingereicht.
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