Postraub am Wolfgangsee! 270.000 Euro Beute! Er sei mit einem Messer bedroht und mit einem Prügel bewusstlos geschlagen worden, alarmierte der verletzte Geldtransporter-Chauffeur Günther P. (44) die Polizei, ehe er im Bad Ischler Landeskrankenhaus gestand: Er habe den Überfall vorgetäuscht, nachdem er das Geld gestohlen und versteckt hatte. Dafür drohen ihm nun zehn Jahre Haft.
Der allein stehende und hoch verschuldete Leasing-Arbeiter konnte weder die Miete für seine Wohnung noch die Raten für mehrere Kredite bezahlen. Und dennoch vertraute ihm die Post verführerisch hohe Summen an Firmengeldern an: Freitag früh sollte er allein einige hunderttausend Euro von Salzburg nach Strobl bringen - noch viel mehr als er selbst dringend brauchen konnte: Er fuhr erst nach Hause, knackte daheim drei der acht versperrten Geldkassetten und setzte dann seinen Weg zum „Tatort“ beim bekannten Gasthof „Gamsjaga“ in Abersee fort.
Dort hätte ihm ein Unbekannter ein Messer an den Rücken gesetzt und ihn gezwungen, mit ihm in ein nahes Waldstück zu fahren. Dort sei er niedergeschlagen und ausgeraubt worden. Und 15 Minuten lang bewusstlos gewesen, ehe er Hilfe holen konnte, lautete die Version für die Polizei.
Die Wahrheit gestand Günther P. erst beim Verhör im Ischler Spital: Er hat die Beute versteckt, dann die Kassetten, sein Dienst-Handy und die Autoschlüssel im Wald verscharrt und sich schließlich selbst ein Holzscheit in den Nacken gedroschen. Was tut man nicht alles für 270.000 Euro? Die Beute ist sichergestellt.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.