Terrorangst

Islamistische Gruppe kündigt Anschläge an

Ausland
26.07.2008 16:39
Chinas Polizei hat die Darstellung in einem Video einer angeblichen uigurischen Separatistengruppe zurückgewiesen, dass eine Reihe von Anschlägen unter anderem auf Busse in Shanghai und Kunming auf ihr Konto gehe. Es gebe keine Hinweise auf terroristische Hintergründe, teilten die Polizeibehörden nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua am Samstag mit. In dem Video im Internet hatte eine "Turkestanische Islamische Partei" behauptet, hinter den Anschlägen zu stecken. In dem gut drei Minuten langen Film rief ein mit einem weißen Tuch vermummter Kommandant zu Terrorakten während der Olympischen Spiele in China auf.

Experten hatten sofort die Glaubwürdigkeit des Videos in Frage gestellt. "Eine Menge Leute bezweifeln die Authentizität", sagte der amerikanische Uiguren-Experte Dru Gladney der Deutschen Presse-Agentur dpa. Exil-uigurische Gruppen hätten keineswegs zu Störungen der Olympischen Spiele aufgerufen. Internationale Sicherheitsexperten bringen die "Turkestanische Islamische Partei" mit der "Ostturkestanischen Unabhängigkeitsbewegung" (ETIM) in Verbindung, die von China und den USA als Terrorgruppe eingestuft worden war.

Doch verwies Uiguren-Experte Gladney darauf, dass die ETIM schon seit Jahren nicht mehr in Erscheinung getreten sei. Die Bewegung, wenn es jemals eine gewesen sei, habe seines Wissens nach ohnehin nie viele Anhänger gehabt. Die chinesische Regierung benutze den Namen ETIM heute offenbar generell für uigurische Unabhängigkeitsgruppen. Die Sicherheitsbehörden hatten die in dem Video genannten Anschläge, bei denen es mindestens zwei Tote gab, bisher nicht mit Olympia in Verbindung gebracht. Sie unterstellen aber uigurischen Gruppen, Anschläge auf Olympia verüben zu wollen.

Xinjiang im Nordwesten Chinas ist neben Tibet eine weitere Unruheregion Chinas. Das muslimische Turkvolk der Uiguren beklagt Unterdrückung durch die chinesische Fremdherrschaft. China hatte sich das frühere Ostturkestan nach der Gründung der Volksrepublik 1949 - ähnlich wie Tibet - als autonome Region einverleibt. Exil-Uiguren fordern eine Wiederherstellung der einstigen Ostturkestanischen Republik.

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