Terrorangst
Islamistische Gruppe kündigt Anschläge an
Experten hatten sofort die Glaubwürdigkeit des Videos in Frage gestellt. "Eine Menge Leute bezweifeln die Authentizität", sagte der amerikanische Uiguren-Experte Dru Gladney der Deutschen Presse-Agentur dpa. Exil-uigurische Gruppen hätten keineswegs zu Störungen der Olympischen Spiele aufgerufen. Internationale Sicherheitsexperten bringen die "Turkestanische Islamische Partei" mit der "Ostturkestanischen Unabhängigkeitsbewegung" (ETIM) in Verbindung, die von China und den USA als Terrorgruppe eingestuft worden war.
Doch verwies Uiguren-Experte Gladney darauf, dass die ETIM schon seit Jahren nicht mehr in Erscheinung getreten sei. Die Bewegung, wenn es jemals eine gewesen sei, habe seines Wissens nach ohnehin nie viele Anhänger gehabt. Die chinesische Regierung benutze den Namen ETIM heute offenbar generell für uigurische Unabhängigkeitsgruppen. Die Sicherheitsbehörden hatten die in dem Video genannten Anschläge, bei denen es mindestens zwei Tote gab, bisher nicht mit Olympia in Verbindung gebracht. Sie unterstellen aber uigurischen Gruppen, Anschläge auf Olympia verüben zu wollen.
Xinjiang im Nordwesten Chinas ist neben Tibet eine weitere Unruheregion Chinas. Das muslimische Turkvolk der Uiguren beklagt Unterdrückung durch die chinesische Fremdherrschaft. China hatte sich das frühere Ostturkestan nach der Gründung der Volksrepublik 1949 - ähnlich wie Tibet - als autonome Region einverleibt. Exil-Uiguren fordern eine Wiederherstellung der einstigen Ostturkestanischen Republik.
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