Fall Maddie
Diffamierungs-Buch gegen McCanns von Ermittler
Mitchell sagte gegenüber britischen Medien: „Wir werden gegen Mr. Amaral sofort rechtliche Schritte einleiten, sollte er in dem Buch auch nur im entferntesten andeuten – ob direkt oder indirekt –, dass Kate und Gerry etwas mit dem Verschwinden ihrer Tochter zu tun hätten oder ihr gar etwas angetan hätten.“ Anwälte sind eingeschaltet worden, sie prüfen nun den Text.
Die Polizeibehörden von Leicestershire, denen Amaral in dem Buch vorwirft, sie hätten zwei Wochen nach dem Verschwinden von Maddie einen wichtigen Hinweis von einem Zeugen bekommen und diesen sechs Monate lang ignoriert, wollten die Causa nicht kommentieren.
Ermittlungen eingestellt
Erst an diesem Montag hat die Staatsanwaltschaft in Portugal bekannt gegeben, dass der Fall Madeleine zu den Akten gelegt worden sei und kein Verdacht gegen die Eltern mehr bestehe, "weil es keinerlei Beweise dafür gibt, dass von den Personen, gegen die ermittelt wurde, ein Verbrechen verübt wurde". Die Ermittler hatten formell gegen den in Portugal lebenden Briten Robert Murat und später auch gegen Maddies Eltern ermittelt.
McCanns machen weiter
Unmittelbar nach Einstellung der Ermittlungen wandte sich Kate McCann in einer Pressekonferenz an ihrem Wohnort im mittelenglischen Rothley an die Medien und kündigte an, dass sie die Suche nach ihrer Tochter niemals aufgeben werden. Unter Tränen sagte sie: "Wir werden Madeleine niemals verloren geben.“
Für sie und ihren Mann sei es "herzzerreißend" gewesen, von der portugiesischen Polizei über viele Monate als Verdächtige eingestuft zu sein, sagte Madeleines Mutter mit ihrem Mann Gerry McCann an der Seite. In ihrer Erklärung wandten sich die beiden Ärzte erneut an potenzielle Zeugen oder Informanten, die zur Aufklärung des Schicksals ihrer Tochter beitragen könnten. Sie sollten nun endlich ihr Wissen offenbaren.
Auch Ex-Polizeichef übt Kritik
Auch der frühere Polizeichef Portugals, Alipio Ribeiro, bezeichnete das Ende der Ermittlungen am Dienstag als "voreilig". "Der Fall eines verschwundenen Kindes kann nicht so kurze Zeit nach dem Drama aus Mangel an Beweisen zu den Akten gelegt werden", schrieb Ribeiro in der Tageszeitung "Diario Economico".
"Die Ermittlungen haben eine längere Lebensdauer als die Nachricht oder das Gedächtnis der Medien", kritisierte Ribeiro, der im Mai zurückgetreten war, weil er die pausenlose Berichterstattung über den Fall leid war. Die Einstellung des Verfahrens könne einer späteren Aufklärung des Falles schaden, warnte der frühere Polizeichef.
Madeleine war am 3. Mai 2007 kurz vor ihrem vierten Geburtstag aus einem Ferienappartement in Südportugal verschwunden, als ihre Eltern beim Abendessen waren. Gerry und Kate McCanns wurden im September von der portugiesischen Polizei als Verdächtige benannt.
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