Tote ignoriert
Italien: Sonnenbad neben zwei Mädchenleichen
Entrüstet über das Foto zeigte sich vor allem der Erzbischof von Neapel, Crescenzio Sepe. Er prangerte in der Zeitung „La Repubblica“ die „traurige und entsetzliche Gleichgültigkeit“ an, die schlimmer sei als das Müllproblem, mit dem Neapel seinen Ruf geschädigt habe.
Das Foto wurde bereits am Samstag aufgenommen und geht derzeit um die Welt. Die Roma-Mädchen dürften von den hohen Wellen überrascht worden sein und riefen laut um Hilfe. Als zehn Minuten später die Rettungsschwimmer ankamen, war es schon zu spät - Violetta und Cristina konnte man nur noch tot aus dem Wasser ziehen. Ohne Polizei durften die Leichen aber nicht bewegt werden, deshalb deckte man sie zu und wartete.
Badegäste wirkten vollkommen gleichgültig
So lagen die Mädchen laut auseinandergehenden Berichten eine halbe Stunde bis zu einer Stunde. Jener Fotograf, der die Situation festhielt, zeigte sich schockiert. Beim Abtransport hätten die Leichenwagenfahrer zwischen den Badegästen, von denen nur wenige Abstand zu den Leichen genommen hatten, zwischen Strandtüchern und Picknickkörben mit den Särgen auf den Schultern hindurch stapfen müssen. Es habe überall Gleichgültigkeit geherrscht, keine Aufregung, kein Tumult - nur Gleichgültigkeit.
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