Laut Bezirkshauptmann Walter Kreuzwiesner entstanden durch die Geröllmassen in Radmer "enorme Schäden". Bis zu sechs Häuser seien im Erdgeschoss komplett vermurt. Kleinere unbewohnte Nebengebäude seien vollständig weggerissen worden. Die Bevölkerung habe derzeit kein fließendes Wasser.
Am Montagnachmittag, nachdem eine Fahrbahnseite der Verbindungsstraße L127 provisorisch freigegeben worden war, konnte schweres Gerät - darunter sechs Bagger - in das Tal gebracht werden. Dort sind rund 30 Helfer der Feuerwehr mit den Aufräumarbeiten beschäftigt, so die Landeswarnzentrale. Ein Einsatz des Bundesheeres, der zunächst überlegt worden war, erwies sich als nicht mehr notwendig.
Landeshauptmann Franz Voves besichtigte das betroffene Gebiet: "Die Murenabgänge und Überschwemmungen in der Gemeinde Radmer hatten katastrophale Auswirkungen. Wir werden seitens des Landes Steiermark dafür sorgen, dass die enormen Infrastrukturschäden an Häusern und Straßen so rasch wie möglich behoben werden können."
Bilder aus Radmer findest du in der Infobox!
Siegfried Gallhofer, Bürgermeister von Radmer, zeigte sich von den schweren Schäden in seiner Gemeinde betroffen: "Wir hatten schon einige Überschwemmungen, aber noch keine in dem Ausmaß," so das Gemeindeoberhaupt am Montag. "Drei Häuser sind besonders schwer betroffen. Da sind die Wassermassen durch die Gebäude geflossen," erklärte Gallhofer.
Während die Straßen in Vorderradmer zumindest vom Wasser befreit werden konnten, ist der Ortsteil Hinterradmer noch überflutet. Verletzte habe es glücklicherweise nicht gegeben.
Murenabgänge in Trieben
Auch im Bereich zwischen Liezen und Trieben sorgte das Unwetter in der Nacht auf Montag für Murenabgänge. Bäume stürzten um und blockierten die Straße, ganze Hänge rutschten ab, Keller wurden überflutet.
Drei Menschen aus Auto gerettet
In Trieben musste die Feuerwehr in letzter Minute drei Autoinsassen, darunter ein Kleinkind, aus einem gefluteten Pkw befreien, der in einer Unterführung festsaß. Das Wasser in der Unterführung stand bereits einen Meter hoch.
Unwetter im Pinzgau und im Pongau
Ein heftiges Unwetter ist am Sonntag auch über das Land Salzburg gezogen. Am schwersten betroffen waren der Pinzgau und der Pongau, wo nach sintflutartigen Regenfällen zahlreiche Muren abgingen und Straßen unpassierbar machten. Stellenweise sorgte auch Hagelschlag für Verkehrsbehinderungen.
Die erste Unwettermeldung war am Sonntag um 17.11 Uhr eingetroffen. Umgestürzte Bäume verlegten die Pinzgauer Bundesstraße zwischen Schwarzach und Lend, die Feuerwehr musste zu zehn Einsätzen ausrücken. Ein Ausweichen war nur großräumig über Zell am See, Saalfelden und das kleine Deutsche Eck möglich.
Im Minutentakt gingen dann weitere Meldungen in den Einsatzzentralen ein. Ab 18 Uhr waren nach Murenabgängen auch die B 163 zwischen St. Johann und Wagrain sowie die Hochkönigstraße zwischen Mühlbach und Bischofshofen unpassierbar. In St. Johann-Alpendorf traten mehrere Bäche über die Ufer. In Schwarzach musste die Feuerwehr auch mehrere Keller auspumpen.
Überschwemmungen gab es auch im Pinzgau. Besonders stark betroffen waren die Bereiche von Zell am See und Maria Alm. In Dienten ging eine Mure ab und sorgte für Verkehrsbehinderungen. Über Goldegg ging am Abend ein schweres Hagelgewitter nieder. Im Ortszentrum war die Durchzugsstraße an mehreren Stellen von einer zentimeterhohen Schicht von Hagelkörnern verlegt.
Bach tritt über Ufer
Von einem Unwetter waren Sonntagabend auch Schottwien und Maria Schutz im Bezirk Neunkirchen in Niederösterreich betroffen. Nach Angaben der Feuerwehr trat ein Bach über die Ufer. Mehrere Keller standen unter Wasser, Straßen wurden überschwemmt. Sechs Feuerwehren mit 95 Mann standen im Einsatz.
Jäger von Blitz getroffen
Insgesamt 25 Mal ist die Innsbrucker Feuerwehr während des Unwetters am Sonntag ausgerückt. In ganz Tirol kam die Feuerwehr laut einem Sprecher der Integrierten Landesleitstelle (ILL) 38 Mal zum Einsatz. Vor allem die Innsbrucker Nordseite sei laut Einsatzoffizier Günther Schlögl von den Regenmassen betroffen gewesen. Im Bezirk Landeck wurde ein 42-jähriger Jäger durch einen Blitzschlag getötet. Mehr dazu findest du in der Infobox!
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