Vier Explosionen
Vier Bomben in Nordspanien explodiert
Kantabrien grenzt ans spanische Baskenland. Die beiden Strände liegen zwischen dem baskischen Bilbao und der nordspanischen Stadt Santander. Im Sommer sind sie Anziehungspunkte für überwiegend spanische Touristen. Am Sonntag waren sie nach Angaben des Sprechers der Präfektur von Kantabrien wegen des schlechten Wetters jedoch kaum besucht. Die Sprengsätze an den Stränden waren im Sand vergraben, zwei davon neben den Häuschen der Rettungsschwimmer. Es sei nur Sachschaden entstanden.
Neue Terroroffensive
Die Ermittler sind überzeugt, dass die ETA mit den Attentaten eine neue Offensive in spanischen Urlaubsgebieten begonnen hat, um in der Hauptsaison den Tourismus als einen der wichtigsten Wirtschaftszweige Spaniens zu treffen. In den vergangenen 30 Jahren hat die ETA mehr als 100 Bomben in spanischen Ferienorten gezündet, ihr Kalkül ist aber nie aufgegangen. Vielmehr ist die Zahl der Touristen stetig gestiegen.
Erst im Mai hatte die ETA mit einer neuen Terroroffensive in Spanien gedroht. Damals war der mutmaßliche oberste Anführer der Organisation, Francisco Javier Lopez Pena, in Frankreich gefasst worden. In den vergangenen Wochen hatte die ETA mehrere Bombenanschläge im Baskenland verübt, bei denen jedoch niemand verletzt wurde.
Die militante Untergrundorganisation kämpft seit fast 40 Jahren gewaltsam für die Unabhängigkeit des im Norden Spaniens gelegenen Baskenlandes.
Erster Anschlag 1968Die 1958 gegründete ETA (Euskadi ta Askatasuna/Baskenland und Freiheit) versteht sich selbst als Befreiungsbewegung. Seit ihrem ersten Anschlag 1968 hat sie in ihrem Kampf für ein unabhängiges Baskenland mehr als 800 Menschen getötet und wird deshalb in Spanien, der EU und den USA als Terrororganisation geführt.
Verhandlungen mit der spanischen Regierung scheiterten immer wieder, zuletzt im Vorjahr. Die baskische Separatistenpartei Batasuna (Einheit) wurde im März 2003 vom Obersten Gerichtshof Spaniens verboten. Sie gilt als der politische Arm der ETA.
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