Eklat bei der WTO
Brasiliens Außenminister mit Goebbels-Vergleich
Amorim warf den westlichen Industriestaaten vor, bei den seit sieben Jahren andauernden - und zuletzt ins Stocken geratenen - Handelsgesprächen der sogenannten Doha-Runde die Öffentlichkeit zu täuschen. Dabei bezog er sich auf ein Zitat, das er Goebbels zuschrieb: "Goebbels sagte, wenn man eine Lüge häufig genug wiederholt, dann wird sie zur Wahrheit." Amorims Sprecher distanzierte sich später von der Äußerung und bat Schwab um Entschuldigung.
"Beleidigend und unglaublich falsch"
Die USA verurteilten Amorims Äußerung in aller Schärfe. Die US-Handelsbeauftragte Susan Schwab ist Tochter von Holocaust-Überlebenden. Ihr Sprecher wies die "beleidigenden und unglaublich falschen" Äußerungen entschieden zurück.
Die Ministerkonferenz der Welthandelsorganisation (WTO) beginnt am Montag in Genf. Die Vertreter wichtiger Staaten hatten sich am Wochenende zu Vorgesprächen eingefunden. Brasilien und Indien führen eine Koalition der Schwellenländer an, die niedrigere Zölle und offene Agrarmärkte im Westen fordern. Die Industriestaaten wollen besseren Marktzugang in Schwellen- und Entwicklungsländern bekommen.
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