Atomstreit

US-Diplomat nimmt an Gesprächen mit Iran teil

Ausland
19.07.2008 14:40
In Anwesenheit der USA haben die Europäische Union und der Iran am Samstag eine neue Verhandlungsrunde im Atomstreit begonnen. In Genf traf der EU-Außenbeauftragte Javier Solana mit dem iranischen Atomunterhändler Said Jalili zusammen, um über ein neues Kooperationsangebot der EU zu sprechen. Es sieht eine enge wirtschaftliche, wissenschaftliche aber auch politische Zusammenarbeit vor, wenn Teheran sein Atomprogramm anhält. Bei den Gesprächen in Genf ist auch erstmals wieder ein US-Diplomat dabei. Die Nummer drei im US-Außenministerium, William Burns (im Bild), wird jedoch nicht mit verhandeln.

Es ist aber das erste Mal seit 30 Jahren, dass ein US-Regierungsvertreter zusammen mit einem iranischen Diplomaten auftritt.

Diese Teilnahme war von US-Außenministerin Condoleezza Rice als "starkes Signal" für die Bereitschaft Washingtons bezeichnet worden, den Konflikt friedlich beizulegen. Der Westen verdächtigt den Iran, heimlich den Bau der Atombombe anzustreben. Teheran hat das stets zurückgewiesen. Ein hochrangiger Vertreter des Iran schloss am Samstag neuerlich einen vom UN-Sicherheitsrat geforderten Stopp der Urananreicherung aus. Dies stehe nicht zur Diskussion, meinte er gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

Die Anreicherung von spaltbarem Uran-235 ist die Voraussetzung zur Gewinnung von Kernenergie. Ein Anreicherungsgrad von 3 bis 4 Prozent reicht für den Betrieb eines AKW, für Atomwaffen sind etwa 90 Prozent nötig.

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