Starkes Seebeben

Albtraum auf Rhodos: Schwere Erschütterungen

Ausland
16.07.2008 14:03
Nächtlicher Albtraum im griechischen Ferienparadies Rhodos: Tausende Touristen wurden am frühen Dienstagmorgen von Erdstößen der Stärke 6,3 auf der Richter-Skala aus dem Schlaf gerissen! In Panik stürmten die Urlauber aus den Hotels. Eine 56-jährige Einheimische bezahlte die Flucht mit dem Leben, fünf Menschen wurden verletzt. Auf der Mittelmeerinsel halten sich derzeit rund 1800 Gäste aus Österreich auf. Drei von ihnen schildern der "Krone" die dramatischsten Sekunden ihres Lebens: "Plötzlich begannen die Wände zu zittern..."

Das Beben ereignete sich am Morgen um 5.26 Uhr MESZ. Sein Epizentrum lag etwa 450 Kilometer südöstlich von Athen vor der Südküste von Rhodos. Unter anderem musste laut Fernsehberichten ein Hotel in dem Dorf Neochori evakuiert werden, in dem nach dem Beben Risse an Wänden entdeckt wurden. Die Behörden gaben schnell nach dem Erdstoß Entwarnung. "Ich glaube nicht, dass es noch Nachbeben geben wird", sagte der Vize-Bürgermeister der Stadt Rhodos, Yiannis Yiannakidis. "Die Menschen gehen schon wieder normal zur Arbeit", fügte er hinzu.

Am Mittwoch hat ein Erdbeben der Stärke 5,3 Rhodos erschüttert. Nach Angaben des Geodynamischen Instituts in Athen handelte es sich um ein Nachbeben eines stärkeren Erdstoßes vom Vortag.

Wände zitterten, Mauern schwankten
"Ich wurde um 6 Uhr morgens aus dem Schlaf gerissen. Plötzlich begannen die Wände zu zittern, die Türen zu schwanken, und ich hatte das Gefühl, dass mein Bett durch den Raum schwebt", schildert Brigitte Polzhofer. Die Reiseleiterin von Bentour Austria war gerade in ihrer Wohnung in Rhodos-Stadt, als die Erdstöße der Stärke 6,3 die Insel beben ließen.

Steirerinnen unverletzt
Die Stöße waren auch im Bergdorf Empola, wo sich derzeit die beiden steirischen Schwestern Alexia und Nadja Rousakakis aufhalten: "Wir sind gerade zu Besuch bei unserer Oma. Plötzlich hat alles zu zittern begonnen, und wir sind sofort ins Freie gelaufen. Bis auf ein paar Weinflaschen ist aber nichts beschädigt worden." Der Vater der beiden jungen Frauen, der griechische Restaurantbesitzer Panos Rousakakis aus Graz: "Ich bin so froh, dass meinen Töchtern nichts passiert ist. Wir sind jetzt ständig telefonisch in Kontakt." 

Einheimische stürzt panisch in den Tod
So wie auch die meisten der rund 1800 heimischen Touristen, die sich derzeit auf der Ägäis-Insel aufhalten, rannte die Wienerin sofort auf die Straße. "Ich war verhältnismäßig ruhig, da ich hier schon einige Erschütterungen erlebt habe. Aber diesmal haben vor allem die Einheimischen für Panik gesorgt." In der Gemeinde Archangelos bezahlte eine 56-jährige Frau die Flucht mit ihrem Leben. Sie stürzte über die Stiegen und verstarb an den Folgen eines Genickbruchs. Fünf Griechen wurden verletzt. 

Von Gregor Brandl, Mark Perry und Maria Jörgler, Kronen Zeitung

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