Große Summen
Lösegeldzahlung bei Betancourt-Befreiung?
Der kolumbianische Verteidigungsminister Juan Manuel Santos bekräftigte in einem Interview mit "Le Figaro" am Montag, dass "kein Lösegeld" gezahlt wurde. Nach Informationen von Mediapart hatten FARC-Rebellen den ersten Kontakt aufgenommen, um Bedingungen für die Freilassung gegen eine "Entschädigung" und die eigene Flucht ins Exil nach Venezuela oder Frankreich auszuhandeln. Die Befreiungsaktion sei so geplant gewesen, dass möglichst wenige FARC-Rebellen davon wussten. Santos bestätigte, dass "einige Guerilla-Mitglieder (dem kolumbianischen Militär) geholfen haben".
Erstaunlich guter Gesundheitszustand
Der Laptop des im März getöteten FARC-Anführers Raul Reyes habe dem kolumbianischen Militär wertvolle Informationen geliefert, um die Aktion vorzubereiten, berichtete Mediapart. An den Verhandlungen soll auch ein katholischer Priester beteiligt gewesen sein. Die Rebellen hätten besseren Zugang zu Lebensmitteln und Medikamenten bekommen, um die Geiseln in einem stabilen Zustand zu übergeben. Dies erkläre die erstaunlich gute Verfassung von Betancourt, die während der sechseinhalb Jahre dauernden Geiselhaft mehrfach schwer krank war.
Betancourt will in Frankreich bleiben
Nach dem Ende ihrer Gefangenschaft in Kolumbien will die ehemalige kolumbianische Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt in den nächsten Wochen weiter in Frankreich bleiben. Sie werde nicht an einer für den 20. Juli in Bogota geplanten Demonstration zur Freilassung aller Geiseln teilnehmen, sagte Betancourt am Sonntag dem kolumbianischen Radiosender Caracol und fügte hinzu: "Ich habe Angst." Sie wolle aber an einer gleichzeitigen Kundgebung in Paris mitwirken.
"Ich denke, dass ich hierbleiben muss", sagte die Politikerin, die auch die französische Staatsbürgerschaft hat. "Von hier aus kann ich viel mehr beitragen." Sie wolle jetzt in Sicherheit bleiben, weil ihre Familie so viel gelitten habe. Nach ihrer Freilassung am vergangenen Mittwoch hatte die 46-Jährige angedeutet, dass sie in Kolumbien leben und weiterhin politisch aktiv bleiben wolle.
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