Eingenetzt

Spinne lockt Beute mit Licht-Falle in den Tod

Wissenschaft
17.06.2008 13:35
Australische Forscher haben entdeckt, dass Radnetzspinnen ihre Beute mit UV-Licht ködern, das von zickzackförmigen, breiten Seidenbändern in den Fangnetzen reflektiert wird. Die Funktion dieser künstlerisch anmutenden Elemente, die auch kreuz- oder spiralförmig sein können, hatte der Wissenschaft bisher Rätsel aufgegeben. Die Ergebnisse des Biologen-Teams von der University of Sydney stärken nun die Annahme, dass es sich bei den vermeintlichen Schmuck- und Stabilitätselementen um "Licht-Fallen" handelt, die Insekten auf Nahrungssuche anziehen.

Viele Pflanzen reflektieren UV-Licht, was von Insekten genutzt wird, um potenzielle Nahrungsquellen zu identifizieren. Diese Fähigkeiten nutzen einige Spinnenarten wie die von den australischen Wissenschaftlern untersuchte St. Andrews Cross Spider offensichtlich zum eigenen Vorteil aus. Durch die eingewebten UV-reflektierenden Seidenbänder wird bei den Insekten der Anschein erweckt, dass es sich um Pflanzen oder Blüten handelt, vermuten die Forscher. Daraufhin würden sich die Insekten nähern und bleiben im Netz der Spinne gefangen.

Um herauszufinden, warum die Spinnen derart aufwändige Dekorationen in ihr Fangnetz einbauen, versahen Studienleiter Dieter Hochuli und seine Kollegen im Feldversuch Netze der Spinnen mit Folien, die UV- und blaues Licht filtern. Sie beobachteten dann, welche und wie viele Insekten in den Netzen mit und ohne Filter gefangen wurden.

In gefilterten und ungefilterten Netzen fanden sich Fliegen, Bienen, Wespen und Moskitos. Bei Netzen ohne Filter sei die Zahl der gefangenen Beutetiere jedoch wesentlich höher gewesen. Wurden die "Dekorationen" aus den Netzen entfernt, fanden sich weniger gefangene Beutetiere darin. Moskitos, die UV-Licht nicht sehen können, wurden durch die Filter hingegen nicht in ihrer Wahl beeinflusst. Diese Beobachtungen legen nahe, dass die besonderen Bestandteile der Spinnennetze als Licht-Fallen dienen, "die nahrungssuchende Insekten in den Tod locken", so Hochuli. (pte)

Foto (c) University of Sydney

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