ETA-Chef verhaftet
Mutmaßlicher Anführer “Thierry” gefasst
Die vier seien in einer Wohnung nahe dem Bahnhof von Bordeaux überrascht worden. Sie seien bewaffnet gewesen, hätten aber keinen Widerstand geleistet. Auch sei Sprengstoff in der Wohnung gefunden worden. Lopez Pena gehört der ETA seit fast 30 Jahren an. 1983 war er untergetaucht. Zeitweise soll er in Kuba Zuflucht gefunden haben.
Als die vier abgeführt wurden, skandierten sie noch "Gora ETA!" (Es lebe die ETA), allen voran Francisco Javier Lopez Pena alias "Thierry". Mit der Ergreifung des mutmaßlichen obersten Anführers der baskischen Untergrundorganisation ist der Polizei einer der schwersten Schläge gegen die ETA seit Jahren gelungen. "Es war keine gewöhnliche Festnahme", sagte der spanische Innenminister Alfredo Perez Rubalcaba am Mittwoch sichtlich zufrieden. "Niemand innerhalb der ETA hatte ein so großes politisches und militärisches Gewicht wie er." Mit "Thierry" wurden drei weitere ranghohe mutmaßliche ETA-Terroristen gestellt.
Lopez Pena wurde laut spanischen Medienberichten am 30. Mai 1958 in Galdakao (Vizcaya) geboren und war auch unter den Decknamen "Bartolo", "Zulos", "Pierre" oder "Marcel" bekannt. Er soll auch im Vorjahr bei Gesprächen zwischen der ETA und der Regierung des spanischen Ministerpräsidenten Jose Luis Rodriguez Zapatero (Sozialisten/PSOE) dabei gewesen sein. Damals trat er erstmals aus dem Schatten des bis dahin wichtigsten Kopfs der ETA, Jose Antonio Urrutikoetxea, ("Josu Ternera", "Jesus, das Kalb").
Rückkehr zur Strategie des Terrors
Mit einem Anschlag auf den Madrider Flughafen, bei dem zwei junge Ecuadorianer getötet wurden, waren die Verhandlungen im Dezember 2006 letztlich gescheitert. Lopez Pena soll daraufhin im Juni 2007 das Ende der 14-monatigen "Waffenruhe" der ETA und die Rückkehr zur Strategie des Terrors angeordnet haben. Außerdem wird er für zahlreiche weitere Anschläge sowie für die Ausbildung von Terroristen verantwortlich gemacht. Seit etwa zwei Jahren soll er an der Spitze des politischen und militärischen Apparats der Organisation gestanden haben. Die ETA kämpft seit fast 40 Jahren für ein unabhängiges Baskenland und hat in dieser Zeit fast 850 Menschen getötet.
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