„Das bisherige Bauprogramm für Sofortmaßnahmen beträgt 2,2 Millionen Euro. Der Hauptteil wurde für Bohrungen und Brunnen sowie Ableitegräben ausgegeben“, erklärt Wolfgang Gasperl, Chef der Wildbachverbauung in Linz. Außerdem wurden bereits 130.000 Kubikmeter Erdreich abgetragen und in Deponien sowie im Steinbruch Karbach abgeladen. Kosten: 700.000 Euro.
In Summe sollen 300.000 Kubikmeter verschwinden, der „Rest“ wird, wie berichtet, trotz Fischerprotesten mit einem Klappschiff im Traunsee versenkt.
Ein bodenmechanisches Modell hatte ergeben, dass die im unteren Abschnitt aufwallende Stirn der Hangrutschung dosiert abgetragen werden muss. Das funktioniert, ist jedoch ein Tanz auf dem Vulkan. Denn der Gschliefgraben kann bei plötzlicher Entlastung blitzartig losrutschen!
Gasperl: „Wir müssen stets auf der Hut sein, sind aber optimistisch.“ Das ist auch der Tourismus.
„Wir verspüren einen tollen Zusammenhalt“
Der Hoisn-Wirt Hans Schallmeiner hat wie viele andere in der Gmundner Ortschaft Unterm Stein ein hartes halbes Jahr hinter sich. Seit das einstige Paradiesfleckerl am Traunsee zum Katastrophengebiet erklärt worden ist, muss der Wirt um seine Existenz bangen. Doch örtliche Vereine und Institutionen pilgerten geschlossen zu ihm, halfen über die Durststrecke.
Herr Schallmeiner, wie läuft das Geschäft?
An den Wochenenden ist es so gut wie immer, und seit Montag ist jetzt auch endlich die Traunsteinstraße offen. Der Mai rennt jetzt schon gut. Aber, ehrlich gesagt, im März und im April haben wir nur die Hälfte des üblichen Umsatzes gemacht.
Wie haben Sie diese Durststrecke überwunden?
Sämtliche örtlichen Institutionen, Geschäftspartner, Banken, Firmen und Vereine sind zu uns gekommen und die Gemeinde ließ auch alle hereinfahren. Der Andrang war auffällig stärker als sonst, eine große Unterstützung für uns. Dieser Zusammenhalt, muss ich sagen, ist schon toll.
Was glauben Sie, wie es jetzt mit der Rutschung weitergeht?
Derzeit sieht´s so aus, dass der Hang ruhiger wird und die Maßnahmen scheinen zu greifen.
Aber die Traunseefischer protestieren heftig gegen das Klappschiff.
Das Erdreich wird in 180 Metern Tiefe versenkt. Wäre dieses Material über den Geschliefgraben in den Traunsee gerutscht, hätte das dieselben Auswirkungen.
Foto: Christoph Gantner
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