Axt-Killer

Sieben statt fünf Morde geplant?

Oberösterreich
17.05.2008 20:33
Er rottete seine Familie aus, weil er ihre Ersparnisse verspekuliert hatte: Der Fünffachmörder Mag. Reinhard Steinbauer (39) leugnet, dass er außer den Ansfeldener Eltern und dem Linzer Schwiegervater auch seine Neuhofener Schwester und seinen Welser Bruder heimsuchen wollte, der ihm ebenfalls Geld geliehen hatte.
Sogar der Mathematiker, der „sub auspiciis praesidentis“ promovierte, hat sich mit seinem Bruder ordentlich verrechnet und – zigtausend Euro an der Börse verloren. Der Doktor war aber nicht daheim, als der Magister am Dienstag von Wien nach Oberösterreich kam, um seinen „Liebsten diese Schmach zu ersparen“.


Der Politikerberater hatte jedenfalls Zeit genug eingeplant, um auch seinen Geschwistern aufzulauern: „Er trieb sich mehr als acht Stunden in Linz und Ansfelden herum – letztlich auch noch im dortigen Nachtclub ,Napoleonhof`“, wundert sich ein Ermittler über die großen Lücken im Zeit-Wege-Diagramm des Mordverdächtigen, für den die Unschuldsvermutung gilt: Steinbauer dürfte vor 13 Uhr im so genannten Zeckenwald die drei Abschiedsbriefe mit Ort- und Zeitangaben zurückdatiert haben, ehe er seine Eltern mit der Axt erschlug.


Erst sechs Stunden später tötete er in Linz seinen Schwiegervater. „In dieser langen Zwischenzeit könnte er seine beiden Geschwister vergeblich gesucht haben“, glaubt ein Kriminalist.


Foto: Privat
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