Bombenserie
80 Tote nach Anschlägen im indischen Jaipur
"Es war ein Terrorangriff", sagte der Generaldirektor der Polizei von Rajasthan, Amjorot Singh Gill. Die Täter hätten Verbindungen ins Ausland, sagte der stellvertretende Innenminister, Shriprakash Jaiswal, ohne weitere Angaben zu machen. Aus Angst vor weiteren Explosionen sperrte die Polizei die Anschlagsorte ab. Die Behörden riegelten auch die Grenzen von Rajasthan ab und lösten für den Unionsstaat und benachbarte Gebiete die höchste Alarmstufe aus. Im Rest des Landes, besonders in der Hauptstadt Neu Delhi sowie der Finanzmetropole Bombay (Mumbai), wurden die Sicherheitsvorkehrungen erhöht.
Nach Presseberichten gingen die Sprengkörper in der Umgebung des weltbekannten Palastes der Winde, des Hanuman-Tempels und auf drei Märkten los. Vier der sieben Bomben explodierten im Umkreis eines Quadratkilometers. Die erste Explosion ereignete sich bei der Polizeistation Manas Chowck, die zweiten am Johari-Bazar vor einem bekannten Geschäft für Süßigkeiten. Die dritte Detonation erfolgte beim Hanuman-Tempel auf dem Tripolia-Markt, der häufig von Touristen besucht wird.
Wegen der zu dieser Jahreszeit hohen Temperaturen hielten sich aber nur wenige Touristen dort auf. In den engen Gassen brach Panik aus. "Die Menschen fingen an zu rennen, und ich bin hinterhergerannt", sagte Anil Garg dem Sender NDTV. Überall bildeten sich riesige Staus.
"Ohrenbetäubender Knall"
Das Fernsehen zeigte Bilder von Fahrrädern und Blutlachen, im Hintergrund waren die Sirenen von Ambulanzen und Polizei zu hören. "Ich hörte einen ohrenbetäubenden Knall, und erst dachte ich, eine Gasflasche sei explodiert", sagte Hemanth Modi. "Dann war überall Rauch und ich konnte meinen Sohn nicht mehr finden, aber dann habe ich ihn entdeckt."
Jaipur, bekannt als "Pink City" (Rosarote Stadt) gilt wegen seiner Kulturdenkmäler auch als Touristenattraktion. Der Palast der Winde gehört zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt, die rund 300 Kilometer südwestlich von Neu-Delhi liegt.
Keine Hinweise auf Österreicher unter Opfern
Das österreichische Außenministerium hat nach Angaben seines Sprechers Peter Launsky-Tieffenthal keine Hinweise darauf, dass bei den Anschlägen in Jaipur Österreicher oder europäische Touristen zu Schaden gekommen sind.
Launsky-Tieffenthal verwies darauf, dass derzeit keine Hauptreisezeit in Indien sei und daher weniger Touristen unterwegs seien. Unter Berufung auf Informationen der österreichischen Botschaft in Neu Delhi sagte er weiters, wegen der Anschläge sei in der indischen Hauptstadt, der Finanzmetropole Mumbai (Bombay) und in Jaipur Alarmstufe "Rot" verhängt worden. Dies bedeute unter anderem verschärfte Straßenkontrollen.
USA und Großbritannien verurteilen Anschläge
Die US-Regierung verurteilte die Anschläge. Nach bisherigem Informationsstand sei das Ziel der Anschläge gewesen, Unschuldige zu töten und das "verurteilen wir sehr deutlich", sagte US-Außenamtssprecher Sean McCormack in Washington. Auch der britische Außenminister David Milliband verurteilte die Tat.
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