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11.12.2016 - 13:23
Die Asylkarte mit abgebrochener Ecke gehört dem Verdächtigen mit dem "Wuschelkopf".
Foto: Polizei

Flüchtlinge gestehen Badewannen- Mord in Salzburg

28.07.2016, 07:47

Sie haben ihn gefesselt, geschlagen und gewürgt bis er tot war - zwei Syrer gestanden den Mord an jenem 30- jährigen Mann, der in der Nacht auf den 10. Juli tot in der Badewanne in seiner Wohnung in der Salzburger Elisabethstraße aufgefunden wurde. Nach umfangreichen Ermittlungen konnte die Polizei die beiden 19- Jährigen in Unterkünften in Puch bei Hallein bzw. Thalgau verhaften.

Die Ereignisse: Der Serbe arbeitete ab und zu am Salzburger Bahnhof als WC- Mann und machte dort immer wieder Bekanntschaften, die er auch mit nach Hause nahm. Darunter auch seine späteren Mörder. Der anerkannte Flüchtling und der Asylwerber - sie sind gute Freunde - besorgten sich am 9. Juli, bevor sie zu der Wohnung des 30- Jährigen gingen, an einer nahen Tankstelle Einweghandschuhe und Klebebänder.

In diesem Gebäude in Salzburg fanden die Ermittler den ermordeten 30-Jährigen.
Foto: MARKUS TSCHEPP

Geprügelt und erwürgt

"Nach einem kurzen Gespräch haben sie ihr Opfer überwältigt", berichtet Polizeidirektor Franz Ruf. Die 19- Jährigen fesselten den 30- Jährigen mit dem Klebeband an Händen und Füßen, wickelten zusätzlich noch einen Gürtel um die Beine. Immer wieder schlugen sie auf den Serben ein, prügelten regelrecht den Code für die Bankomatkarte (ob sie damit erfolgreich Geld beheben konnten, ist noch unklar) aus ihm heraus. Einer der Täter gab zu, das Opfer so lange gewürgt zu haben, bis es starb.

Anschließend legten sie den leblosen Körper in die Badewanne und ließen Wasser ein. Um Spuren zu verwischen, schütteten sie Waschmittel, Duschgel und Shampoo dazu. Weil der Stöpsel undicht war, fanden die Beamten die Leiche später in der leeren Wanne. Der Vater hatte zuvor Alarm geschlagen, weil sich sein Sohn nicht mehr gemeldet hatte.

Die Tatort-Wohnung wurde polizeilich versiegelt.
Foto: MARKUS TSCHEPP

"Es herrschte ein Chaos"

Die 19- Jährigen durchwühlten die gesamte Wohnung. "Es herrschte ein Chaos, sie warfen alles auf den Boden", so Oberst Karl- Heinz Pracher vom Landeskriminalamt. Das Duo stopfte Kleidung, Schuhe, einen Rasierer, einen Föhn und zwei Handys in Müllsäcke. Zeugen beobachteten die Täter - einer von ihnen hat einen auffälligen "Wuschelkopf" - beim Abtransport.

Auf diesen "Wuschelkopf" - er lebt seit 2014 in Österreich und ist anerkannter Flüchtling - konzentrierten sich nun die Ermittlungen. Neben den Hinweisen der Zeugen tauchte dieser nämlich noch einmal auf dem Radar der Polizisten auf: Die Beamten stellten in der Wohnung des Serben zahlreiche Dokumente, Zettel und Briefe sicher. Bei der Durchsicht fanden sie auch eine Asylkarte - lautend auf diesen jungen Mann.

Karl-Heinz Pracher mit einem Teil der sichergestellten Kleidung.
Foto: MARKUS TSCHEPP

Asylkarte mit markantem Detail

Der 19- Jährige war erst am 8. Juli - also kurz vor dem Mord - beim Stadtpolizeikommando erkennungsdienstlich behandelt worden. Er hatte einen Diebstahl begangen. Dort hatte sich der Verdächtige mit seiner Asylkarte ausgewiesen. Diese hat ein markantes Detail: Die rechte untere Ecke fehlt. Der Syrer und sein Mittäter waren in der Vergangenheit schon mehrmals aufgefallen. Unabhängig voneinander hatten sie Eigentumsdelikte und Körperverletzungen begangen, saßen bisher aber noch nicht vor Gericht.

Täter trugen Kleidung des Opfers

Der Flüchtling wurde am 13. Juli am Bahnhof in Freilassing festgehalten und nach Österreich zurückgeschoben. Er sei versehentlich in den falschen Zug gestiegen, gab er an. Die deutschen Behörden übermittelten den Österreichern Bilder der erkennungsdienstlichen Behandlung. Auf diesen Fotos trug der "Wuschelkopf" die Kleidung des Opfers, das ergab ein Abgleich mit Aufnahmen des Serben. Bei Recherchen im Netz fanden die Ermittler weitere Bilder, auf denen der Verdächtige das Gewand des Getöteten trug.

Aufgrund des eindeutigen Tatverdachtes gegen die beiden Syrer wurden diese in der Nacht auf Mittwoch schließlich festgenommen. Sie sind beide geständig. Auch als sie gestellt wurden, trugen sie die Kleidung des Opfers. Unwohl fühlten sie sich dabei aber nicht: "Ist ja eh gewaschen", antworteten sie eiskalt auf Nachfrage der Ermittler. Jetzt sitzen sie in der Justizanstalt Puch- Urstein.

28.07.2016, 07:47
Iris Wind, Kronen Zeitung
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